CBD bei arthritischen Hunden

Arthrose ist eine der häufigsten Erkrankungen des Hundes. Die Erkrankung erfordert häufig eine Ernährungsumstellung und die Behandlung mit Medikamenten. Inzwischen weiss man, dass auch CBD den Hunden helfen kann.  Es ist in der Lage, Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität der Hunde deutlich zu steigern.

Hat mein Hund Arthrose oder Arthritis?

Arthrose und Arthritis werden häufig synonym gebraucht, denn beide Krankheiten äußern sich durch schmerzende Gelenke. Doch die Endung -itis weist in der Medizin immer auf ein entzündliches Geschehen hin. So sind die Ursachen und Auswirkungen beider Erkrankungen unterschiedlich:


ArthroseArthritis
UrsacheGelenkverschleißunterschiedlich: Infektion, Rheuma, Gicht, Psoriasis etc.
Auswirkungenschmerzhafte Gelenkeschmerzhafte Gelenke, Entzündungen, Schwellungen, Rötungen, Erguss, Erwärmung an den Gelenken
Auftreten der Schmerzenbei Belastungauch in Ruhe
T-BehandlungWärmeKälte

Durch die fortschreitende Zerstörung der Gelenke kann es bei der Arthrose irgendwann auch einer einer Gelenkentzündung kommen [2]. 

Warum CBD bei Arthrose/Arthritis?

Die wenigen Arzneimittel gegen schmerzhafte Gelenkerkrankungen im Alter sind mit einigen Nebenwirkungen verbunden. Entzündungshemmer verursachen häufig Magen-Darm-Beschwerden, die sehr unangenehm sein können [3]. CBD ist bekannt dafür, dass es effektiv gegen Schmerzen und Entzündungen vorgeht und dabei in der Regel gut vertragen wird. Darüber hinaus hat es einen positiven Effekt auf das allgemeine Wohlbefinden, das Immunsystem, den Schlaf und die Seele. Erfahrungsberichte zeigen, dass in vielen Fällen die Schmerzmedikamente durch die Behandlung mit CBD sogar komplett abgesetzt werden konnten. 

Wie kommt die Wirkung zustande? 

Menschen und Tiere verfügen über ein körpereigenes Endocannabinoidsystem (ECS), das für die Selbstregulation und ein inneres Gleichgewicht des Körpers zuständig ist. Konkret reguliert das ECS den Informationsaustausch zwischen Gehirn und Körper und damit u.a. das:

  • Schmerzempfinden
  • die Beweglichkeit
  • das Bewusstsein
  • das Erleben von Gefühlen
  • die Abwehr. 

Durch Cannabinoide, wie CBD und THC, lassen sich diese Bereiche beeinflussen [6]. Entsprechende Rezeptoren sind über den gesamten Körper verteilt, insbesondere im Nerven- und Immunsystem, im Gehirn und Magen-Darm-Trakt. Da die vom Körper selbst produzierten Endocannabinoide nicht ausreichen, um beispielsweise starke Schmerzen und Entzündungen zu lindern, helfen die von außen zugeführten Cannabinoide die Effekte der Endocannabinoide an ihren Rezeptoren zu ergänzen oder zu verstärken. Dadurch werden gezielt Reaktionen stimuliert, die den aus dem Gleichgewicht geratenen Systemen entgegensteuern bzw. die Selbstheilungskräfte verstärken. Auf diese Weise können beispielsweise:

  • Entzündungen
  • Schmerzen
  • Unruhe
  • Krämpfe und
  • Ängste gelindert werden. 

CBD wirkt also gegen die Ursachen und Symptome der Arthrose/Arthritis. Auch wenn die Krankheit selbst durch CBD nicht geheilt und Schübe immer wieder auftreten können, können durch CBD zumindest die Beschwerden Deines Hundes reduziert werden. 

Anwendung von CBD bei arthritischen Hunden

Idealerweise gibst Du Deinem Hund das CBD in Tropfenform direkt unter die Zunge. Aber Vorsicht: die Pipette der Tropfenflasche sollte nie das Maul Deines Hundes berühren, da die Pipette sonst Bakterien in das Öls transportiert und es verunreinigt. Ziehe das Öl besser mit einer Spritze vom Löffel auf. 

Alternativ gibt es auch Leckerlies mit CBD oder Du mischst das CBD unter das Futter. Der Effekt ist aber der größte, wenn es über die Mundschleimhaut einwirken kann. 

Hersteller geben in der Regel keine Einnahmeempfehlungen. Du musst Dich also auf Dein Gefühl verlassen. Eine Pharmakokinetikstudie hat herausgefunden, dass 2 mg CBD/kg, zweimal täglich verabreicht, das Wohlbefinden und die Aktivität arthritischer Hunde deutlich verbessern kann [S1]. Wichtig ist dabei, immer mit einer niedrigen Dosierung zu beginnen, damit sich der Körper Deines Hundes an das CBD gewöhnen kann. Steigere dann die Dosis etwa alle drei bis vier Tage um wenige Tropfen erhöht werden. Durch die Zeit zwischen der Dosissteigerung siehst Du, ob bereits eine Besserung eintritt und Dein Hund das CBD gut verträgt. 

Vor der Behandlung solltest Du auf jeden Fall Rücksprache mit dem Tierarzt halten. Er kann Dir ein Dosierungsschema empfehlen und absehen, ob sich das CBD-Produkt gut mit der üblichen Medikation Deines Hundes verträgt. 

Mögliche CBD Nebenwirkungen

CBD ist bei sachgemäßer Einnahme in der Regel gut verträglich. Es kann aber in Einzelfällen, beispielsweise bei einer zu hohen Dosierung, zu Durchfall, Erbrechen und Schläfrigkeit kommen [5]. Manche Hunde werden auch plötzlich sehr agil und munter. Mit CBD kannst Du dann Deinen Hund wieder beruhigen. Einige Rassen vertragen aufgrund eines Gendefektes überhaupt kein CBD. Dazu gehören: 

  • Kurzhaar-Collie zu 68 %
  • Langhaar-Collie zu 55-57 %
  • Langhaar Whippet zu 42-65 %
  • Australian Shepherd zu 20-50 %
  • Shetland Sheepdog (Sheltie) zu 7-35 %
  • Silken Windhound zu 18-30 %
  • Wäller zu 17-19 %
  • English Shepherd zu 7-15 %
  • Schweizer Weißer Schäferhund zu 14 %
  • Deutscher Schäferhund zu 6-10 %
  • Old English Sheepdog (Bobtail) zu 1-11 %
  • Border Collie zu 1-2 % [4].

Auch wenn Dein Hund bereits schlechte Leber- oder Nierenwerte aufweist, solltest Du vorab auf jeden Fall mit Deinem Tierarzt sprechen. Vorsicht ist auch geboten beim THC-Gehalt des Produktes. Er sollte so minimal wie möglich sein und die Höchstgrenze von 0,2% nicht überschreiten. THC ist für Hunde giftig. 

Gewöhnungseffekt durch CBD

CBD hat den Vorteil, dass es nicht süchtig macht und keinen Gewöhnungseffekt verursacht. Der Körper braucht also nicht immer mehr davon, um von einer gleichen Wirkung zu profitieren. CBD kann dagegen zwischenzeitlich reduziert werden, solange keine akuten Beschwerden auftreten. Bei einem erneuten Schub wird dann die Dosis einfach wieder erhöht. 

Besser Vollspektrum-Öl

Wenn Du Deinen Hund mit CBD-Öl behandeln möchtest, achte darauf, dass das Öl das volle Spektrum an Pflanzenstoffen beinhaltet. Dein Hund profitiert dann nicht nur von dem CBD, sondern von einer ganzen Reihe anderer Cannabinoide, Terpenen, Flavonoiden, Vitaminen, essentiellen Fettsäuren und viele anderen Stoffen. Diese Stoffe wirken synergistisch und erhöhen die Wirksamkeit der Cannabinoide („Entourage-Effekt“) im Endocannabinoid-System

Vorsicht auch vor Hanf(samen)öl. Die Samen der Hanfpflanze enthalten keine Cannabinoide, so dass das Öl für Deine Zwecke wirkungslos ist.  

Erfahrungsberichte

Nichts überzeugt so sehr, wie ein Erfahrungsbericht von Personen, die in derselben Lage sind. Wer daran interessiert ist, findet im Internet zahlreiche Foren zum Austausch. Unter https://www.facebook.com/groups/1875755872714021 bieten auch wir eine Selbsthilfegruppe dazu an. 

Unter der Seite Leben mit Hund findest Du einen Bericht über Milo, den Hund, der durch CBD von seinen Gelenkschmerzen befreit und deutlich aktiver wurde. Dort wird sehr schön beschrieben, wie unterschiedlich sich der Hund mit und ohne CBD-Öl verhalten hat. 

Quellen: 

[1] Wie kann man CBD für Hunde mit Arthrose einsetzen?, Wissen, abgerufen am 11.09.2020 von  https://www.wissen.de/wie-kann-man-cbd-fuer-hunde-mit-arthrose-einsetzen

[2] Arthritis – was ist das?, in Arthritis behandeln, abgerufen am 11.09.2020 von https://arthritis.behandeln.de/arthritis-was-ist-das.html?gclid=Cj0KCQjwwOz6BRCgARIsAKEG4FVeqh1hTGzZrshuU6mFlSXDNhkGaG27qzs57FU76WkIfYCQjSKPnkcaAlYaEALw_wcB&gclsrc=aw.ds#accordion-4

[3] So können Sie CBD-Öl bei Ihrem Hund einsetzen, Zentrum der Gesundheit, abgerufen am 11.09.2020 von https://www.zentrum-der-gesundheit.de/artikel/heilkraeuter-heilpflanzen/cbd-oel-bei-hunden

[4] Rückert, Ralph, Der MDR1-Gendefekt bei Hunden, 19.12.2015 in Kleintierpraxis Ralph Rückert, abgerufen am 11.09.2020 von https://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.php?Kunde=1489&Modul=3&ID=19426

[5] CBD Öl für Hunde: Unsere Erfahrungen mit dem Lindern der Hundeleiden!, CBD 360, abgerufen am 11.09.2020 von https://cbd360.de/anwendungsgebiete/hunde/

[6] CBD Öl für Hunde: Test, Wirkung, Anwendung & Studien (09/20), Supplementbibel, abgerufen am 11.09.2020 von https://www.supplementbibel.de/cbd-oel-hund-test/

Relevante Studien:

[S1] Gamble, Lauri-Jo et. al., Pharmacokinetics, Safety, and Clinical Efficacy of Cannabidiol Treatment in Osteoarthritic Dogs, 23.07.2018 in Front Vet Sci;5:165, abgerufen am 11.09.2020 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30083539/

Dr. Martina Schafmayer

Dr. Martina Schafmayer, geb. Wedekind ist anerkannte Tierärztin und Hundezüchterin und -führerin. Martina hat in Hannover studiert und promoviert. Sie hat sich nur kurz der Forschung gewidmet, bevor sie ihr Interesse für die Praxis entdeckte. Martina kommt aus einem Jäger- und Hundehaushalt und ist mit Hunden groß geworden. Ihre Leidenschaft gehört den Tieren und ihr unermüdlicher Einsatz für unsere vierbeinigen Freunde beschäftigt sie oft bis spät in die Nacht. Zusammen mit ihrem Mann Cornelius Schafmayer, dem Inhaber der Jagdwelt Garlstorf und W.O. Dittmann , hat sie drei Kinder und wohnt in der schönen Lüneburger Heide mit ihren Hunden. Ihr Deutsch-Kurzhaar Deckrüde Jimbo vom Weserland ist ein hochdekorierter Rüde mit makelloser Prüfungslaufbahn. V1 Rüde auf der Dr. Kleemann Zuchtausleseprüfung.

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