Kann man von CBD süchtig werden?

CBD und Sucht sind wie zwei Schuhe eines ungleichen Paares. Sie passen einfach nicht zusammen. Dennoch fragen sich viele angesichts des Ursprungs von CBD aus der Hanfpflanze, ob nicht doch ein klitzekleines Suchtpotential hinter CBD steht. Schließlich hat man schon häufig von Marihuana- bzw. Cannabissüchtigen gehört und gelesen. Um es kurz zu machen: Nein, CBD macht nicht süchtig. Warum das so ist, wollen wir an dieser Stelle erklären. 

Was eine Drogensucht auszeichnet

Eine Sucht oder Abhängigkeit ist eine chronische Krankheit, die durch ein unaufhörliches Verlangen nach einer Substanz gekennzeichnet ist. Dabei ist das Belohnungssystem im Gehirn fehlgesteuert, so dass sich die Abhängigkeit in physischen oder psychischen Problemen niederschlägt. Die süchtig machende Substanz beeinflusst die Verarbeitung von Informationen in den Nervenzellen des Gehirns. Nahezu alle Suchtmittel korrespondieren mit dem Dopamin im Gehirn, dem Stoff oder besser Hormon also, das für das Glücksempfinden verantwortlich ist. 

Da sich das Gehirn bei regelmäßigem Konsum an die Substanz gewöhnt und selbst weniger Dopamin produziert, braucht der/die Süchtige mit der Zeit immer mehr davon. Die süchtig machende Substanz kann alles sein, von Zucker und Fett, über Alkohol und Zigaretten bis hin zu harten Drogen

Die abgeschwächte Definition einer Sucht

Es gibt die körperliche Sucht, bei der der Körper bei Substanz-Entzug so lange mit starken Symptomatiken reagiert, bis er vollständig “entgiftet” ist. Es gibt aber auch die psychische Sucht, die nicht nur bei Substanzen, sondern auch bei gewissen Gewohnheiten auftreten kann. Auch sie kann so stark werden, dass der Körper mit, wenn auch geringeren, Symptomen reagiert, wenn das Suchtmittel entzogen wird. 

Ein gutes Beispiel dafür ist die Sucht der Gamer, die quasi jede freie Minute vor dem PC sitzen und irgendwelche virtuellen Spiele ausfechten. Gaming ist dabei nur ein Platzhalter für unendlich viele Möglichkeiten, je nach (Sucht-) Charakter der Personen. Man kann süchtig nach Sport sein, nach Menschen, nach bestimmten Ritualen, Essen/Entzug von Essen und Chronologien/Abfolgen. Sucht ist dabei ein sehr weiter Begriff. Insofern ist sogar eine Sucht nach Placebo möglich, wenn man damit eine bestimmte Wirkung verknüpft. 

In diesem Sinne könnte man vielleicht auch süchtig nach CBD sein, z.B. wenn man durch die entspannende Wirkung des Produkts in einer sehr hektischen Zeit kurzfristige Erleichterung erfährt. Mit einer körperlichen Abhängigkeit hat das aber herzliche wenig zu tun. 

CBD und Abhängigkeit

Das CBD ist der nicht-süchtig machende (nicht psychoaktive) Wirkstoff aus der Cannabispflanze. Da der CBD-Extrakt aus den Blüten und Blättern der Cannabispflanze stammt, enthält er auch noch andere wertvolle Substanzen, wie Omega-3-Fettsäuren, Terpene, Vitamine, Chlorophyll, Aminosäuren und 85 andere Cannabinoide in veränderlichen Anteilen, wovon tatsächlich keine Substanz mit Suchtpotential enthalten ist. Lediglich THC, also die psychoaktive Substanz der Cannabispflanze, kann für eine Sucht verantwortlich gemacht werden. THC ist aber in freiverkäuflichen CBD-Öl mit einer Konzentration von maximal 0,2% nur in Spuren vertreten, dass bei weitem nicht für die Entwicklung einer Sucht ausreicht. Dazu kommt, dass CBD als Antagonist der CB1-Rezeptoren die Bindung des süchtig machenden THCs an seinen Rezeptor sogar verhindert. Damit schützt CBD vor den psychoaktiven Auswirkungen des THCs [1].

Die WHO zu CBD und Sucht

Im November 2017 hat sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einem 27-seitigen Bericht zum Thema CBD geäußert. Sie hat darin dargestellt, dass gemäß Tierversuchen bisher keine körperliche Abhängigkeit durch CBD nachweisbar ist. Desgleichen konnte nicht beobachtet werden, dass der für eine Sucht typische Effekt, nämlich dass immer mehr von einer Substanz für den gleichen Effekt gebraucht wird, durch CBD zu erreichen war. So stand und steht für die Experten der WHO fest, dass CBD als Naturheilmittel ungefährlich ist und nicht süchtig macht! [2]

Auch das Expertenkomitee zur Drogenabhängigkeit ECDD (Expert Committee on Drug Dependence) bestätigt in einem Zusatzartikel, dass CBD nicht missbraucht werden kann oder eine Abhängigkeit schafft [3].

THC und die Sucht

THC verursacht dagegen sehr wohl euphorische Zustände und eine Sucht, indem es direkt an die Cannabinoid 1 (CB1)-Rezeptoren im Gehirn bindet. Über diese Interaktion kommt die Freisetzung des Glückshormon Dopamin zustande, das einen Belohnungseffekt ausübt. Die weiblichen Cannabisblüten weisen dabei Werte von 10% bis 30% THC auf, also mindestens 50-mal mehr als CBD-Extrakt [1]. 

Je mehr THC ein Produkt enthält, desto geringer ist der CBD-Anteil. Diejenigen, die Cannabis aufgrund der Rauschwirkung konsumieren, nutzen meist pflanzliche Bestandteile mit einem THC- zu CBD-Verhältnis von etwa 250 zu 1.  Das führt zu einem starken Rauschzustand und schlimmstenfalls zu Paranoia.

Kann man denn CBD überdosieren?

Selbst eine Überdosierung von CBD-Produkten ist nicht möglich, da sie selbst in großen Mengen als sicher und ungiftig gelten. Wenn Nebenwirkungen auftreten sollten, dann sind sie nur minimal und auch schnell wieder vorbei. Eine CBD-Überdosierung kann keine schwerwiegenden Ereignisse nach sich ziehen [1]. 

CBD gegen die Sucht

Ironischerweise kann CBD ein Mittel gegen die Sucht sein. So haben Studien gezeigt, dass CBD:

  • einen Rückfall verhindern und Suchtdruck und Entzugserscheinungen vermindern
  • CBD beim Ausstieg aus der Drogensucht (Nikotin, Kokain, Opiate) unterstützen 
  • und selbst zu keiner körperlichen Abhängigkeit führen kann.

Tatsächlich scheint CBD über seine beruhigende und schmerzstillende Wirkung in der Lage zu sein, die Nervenbahnen im Gehirn von Süchtigen so umzuprogrammieren, dass Suchtdruck und Entzugserscheinungen nachlassen. Auch die durch die Sucht ausgelösten Ängste können durch CBD reduziert werden.

Dabei macht CBD dreierlei: 

  • es aktiviert den 5HT1-A-Serotonin Rezeptor im Gehirn und verursacht dadurch einen stimmungsaufhellenden Effekt
  • es hebelt den mit der Sucht assoziierten Belohnungeffekt aus, indem es die Ausschüttung von Botenstoffen (wie z.B. Dopamin) hemmt und
  • es hemmt die durch THC ausgelösten paranoiden Symptome.

Darüber hinaus kann CBD Entzugserscheinungen, wie z.B. innere Unruhe oder Schlaflosigkeit, vermindern.

CBD gegen Opiat-Abhängigkeit

Studien an Mäusen konnten zeigen, dass CBD sowohl die beim Entzug von Opiaten auftretenden Angststörungen, als auch gegen die Sucht helfen kann [S1].

CBD gegen Sucht nach Nikotin

Tests mit freiwilligen Testpersonen konnten beweisen, dass inhaliertes CBD den Zigarettenkonsum um 40% verringern kann. Das wird damit erklärt, dass CBD sich auf Erinnerungen und das Gedächtnis auswirkt. Damit könnte die Assoziation zwischen Zigarette und Belohnung gelöst werden [S2]. 

CBD und Alkohol

CBD beeinflusst die durch eine Alkoholabhängigkeit verursachte Neurodegeneration und könnte u.U. auch vor einem Rückfall schützen [S3; S4]. 

CBD und Entzugserscheinungen

CBD kann die mit einem Entzug einhergehenden Symptome, wie:

Sollten weitere Studien die Anwendungsmöglichkeiten von CBD bei Suchterkrankungen und dem damit verbundenen Entzugserscheinungen bestätigen, wäre damit ein rein pflanzliches Mittel auf dem Markt, das selbst weder Sucht- und Rauschpotential, noch erwähnenswerte Nebenwirkungen hat [4]. 

Quellen:

[1] Mach CBD Öl süchtig?, Hanf-Gesundheit, abgerufen am 27.03.2020 von https://www.hanf-gesundheit.de/hanfprodukte/504-macht-cbd-l-s-chtig   

[2] Cannabidiol (CBD), 06.11.2017 in WHO: Expert Committee on Drug Dependence Thirty-ninth Meeting, Agenda Item 5.2, abgerufen am 27.03.2020 von https://www.who.int/medicines/access/controlled-substances/5.2_CBD.pdf       

[3] WHO recommends the most stringent level of international control for synthetic opioid carfentanil, 2017 in WHO: Essential medicines and health products, abgerufen am 27.03.2020 von https://www.who.int/medicines/news/2017/WHO-recommends-most-stringent-level-int-control/en/

[4] Kann CBD bei Suchterkrankungen helfen?, 09.03.2020 in die Grüne Oase, abgerufen am 27.03.2020 von https://www.die-gruene-oase.com/cbd/cbd-bei-sucht

Relevante Studien:

[S1] Markos, J.R. et. al., Effects of Cannabidiol on Morphine Conditioned Place Preference in Mice, 03/2018 in Planta Med.;84(4):221-224, abgerufen am 27.03.2020 von https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28793355

[S2] Morgan, C.J.et.al, Cannabidiol reduces cigarette consumption in tobacco smokers: preliminary findings, 09/2013 in Addict Behav.;38(9):2433-6, abgerufen am 27.03.2020 von https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23685330

[S3] Liput, Daniel J. et.al., Transdermal delivery of cannabidiol attenuates binge alcohol-induced neurodegeneration in a rodent model of an alcohol use disorder, 10/2013 in Pharmacology Biochemistry and Behavior, Volume 111, Pages 120-127, abgerufen am 27.03.2020 von https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0091305713002104

[S4] Gonzalez-Cuevas, Gustavo et.al., Unique treatment potential of cannabidiol for the prevention of relapse to drug use: preclinical proof of principle, 22.03.2018 in Neuropsychopharmacology volume 43, pages2036–2045(2018), abgerufen am 27.03.2020 von https://www.nature.com/articles/s41386-018-0050-8

CBD Zeitgeist Team

Wir sind das CBD Zeitgeist Team - Wir sind CBD Enthusiasten, die regelmäßig die USA besuchen und vom CBD-Hype angesteckt wurden. Wir möchten Licht in das aktuelle Dunkel bringen und Deutschland wertvolles Wissen rund um das Cannabidiol bieten. Wir bieten Dir alle Informationen aus verschiedensten Bereichen, die du für dich und deine Umwelt benötigst und beweisen dir, was du alles mit CBD anstellen kannst.

Weitere Artikel

Close