Neujahrsvorsätze / Ziele/ Wünsche und unser Wohlbefinden

Auch wenn das letzte Jahr (2020) aufgrund von Covid – 19 alles andere als „normal“ ablief und auch dieses Jahr anders als sonst – und demnach nicht wie wir es normalerweise gewohnt sind- gestartet ist, sollten wir uns nichts desto trotz- auch wenn es uns noch so unmöglich erscheint – nicht von den derzeitigen Umständen unterkriegen lassen, sondern anstelle dessen versuchen die Dinge in unserem Leben die innerhalb unseres Machtbereiches liegen aktiv zu gestalten, um dementsprechend unsere Ziele zu erreichen.  

Wir alle werden im Laufe unseres Lebens früher oder später mit neuen Lebensabschnitten beziehungsweise Umbrüchen konfrontiert. Alleine schon der Gedanke an einen Jahreswechsel führt bei den meisten von uns zu dem wohlbekannten guten Neujahrsvorsätzen à la „im neuen Jahr werde ich alles viel besser machen und mich, sobald ich mein neues Ziel erreicht habe auch ganz anders fühlen“. Oftmals läuft es Letzen Endes jedoch darauf hinaus, dass die meisten von uns entweder ihre neuen und „ach so tollen“ Neujahrsvorsätze maximal zwei Wochen durchhalten, nur um schlussendlich wieder in ihre alten Verhaltensmuster zu rutschen und sich sagen, dass sie es nächstes Jahr ganz bestimmt anders und somit viel besser machen werden. 

Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch Menschen die mit der Umsetzung an sich keine Probleme haben, jedoch feststellen, dass bei ihnen selbst wenn sie ihre neuen Vorsätze umsetzt haben oder ihre langersehnten Ziele erreicht haben, dass lang ersehnte neue Lebensgefühl aus unerklärlichen Gründen ausbleibt.

Doch warum ist das so? 

Neujahrsvorsätze zum Scheitern verurteilt? 

Die Tatsache etwas ändern, etwas neues ausprobieren zu wollen ist an sich ziemlich aufregend und dementsprechend auch motivierend zugleich, sodass man am Anfang zunächst voller Tatendrang und Energie dasteht und es kaum erwarten kann sein Vorhaben endlich in die Tat umzusetzen. Sobald es aber wirklich darum geht am Ball zu bleiben und die neuen Vorsätze zu neuen Gewohnheiten zu etablieren werden die meisten Menschen schwach, weil sie realisieren, dass es doch gar nicht so einfach ist, wie sie es sich zunächst vorgestellt haben. Und das ist genau der Punkt ab dem die meisten von uns das Handtuch werfen und es bei den gutgemeinten Vorsätzen lassen, die Umsetzung jedoch auf ein neues Datum verschieben. 

Um dieses Vorhaben auch wirklich zu einer neuen Gewohnheit etablieren zu können bedarf es an etwas mehr als dem bloßen Gedanken daran, wie schön es doch wäre auf dieses und jenes zu verzichten oder dies und das in Zukunft gelassener anzugehen. Hierbei ist es ausschlaggebend wie groß der eigentliche Wille dieses Ziel auch wirklich erreichen zu wollen ist. Wenn der Wille groß genug ist um auch über die Unannehmlichkeiten, welche dieses Vorhaben durchaus implizieren wird/kann hinwegzusehen und nach wie vor weiterzumachen wird es auch schaffen sein Vorhaben zu einer neuen Gewohnheit zu machen. 

Step by Step: 

Notiere es 

Schreibe dir deine neuen Vorsätze bzw. deine neuen Ziele auf ein Blatt Papier oder in einer App auf. Wenn du dich für die erster Methode entscheiden solltest, solltest du das Blatt am besten dort platzieren, wo du es jeden Morgen unmittelbar nach dem Aufwachen sehen kannst. Falls du dich für die Benutzung einer App entscheidest kannst du dich auch hierbei ebenfalls jeden Morgen zum Beispiel mithilfe einer Nachricht an dein Vorhaben erinnern lassen.

Visualisiere es 

  • Stelle dir jeden Tag aufs Neue vor, wie großartig sich das Gefühl beim erreichen deines Ziels anfühlen wird. Male es dir wirklich so detailliert wie es dir nur möglich ist aus und versuche im Anschluss daran deine Kraft, weiterhin am Ball zu bleiben genau aus dieser unglaublich starken Kraft – deiner Vorstellungskraft deiner Gedanken zu ziehen. 

Es ist ein Prozess – kein Sprint! 

Bedenke immer, dass es sich bei der Umsetzung von „Projekten“ im Allgemeinen – insbesondere aber bei dem Versuch alte in neue und damit bessere Gewohnheiten umzusetzen um einen Prozess und niemals um einen Sprint handelt. Und das bedeutet im Umkehrschluss, dass sowohl Rückschläge, als auch Fortschritte gleichermaßen von dir berücksichtig, akzeptiert und genossen werden sollten. Ja, du hast richtig gelesen du solltest deine Fehler bzw. deine Rückschläge mit offenen Armen empfangen und dankbar für sie sein. 

  • Sind es die Fehler aus denen wir (am meisten) bzw. überhaupt lernen 
  • Niemand ist perfekt! Niederlagen gehören zum Menschsein einfach dazu 
  • „Der Weg ist das eigentliche Ziel“ – Es klingt abgedroschen, trotzdem ist aber etwas Wahres dran. Der Weg zu deinem eigentlichen Ziel ist jener, welcher dich wachsen lässt und dementsprechend auch stärker macht.

4. Belohne dich

 Sowie du Rückschläge akzeptieren und für dankbar sie sein solltest, so solltest du dich auch entsprechend bei deinen Fortschritten- auch wenn sie dir noch so klein vorkommen belohnen. 

Das kannst du tun, indem du dir zum Beispiel dein Lieblingsgericht kochst oder zukommen lässt, oder indem du dir einen Tag Auszeit nimmst und in einen Beauty/Selfcare Day verwandelst. Was auch immer dein Herz begehrt lasse es zu uns genieße den Moment

Doch was tust du, wenn du dein Ziel erreicht und deinen neuen Neujahrsvorsatz umgesetzt und zu einer neuen Gewohnheit etabliert hast, dass langersehnte neue Lebensgefühl jedoch auszubleiben scheint? 

Oftmals verhält es sich mit unseren Wünschen und Vorstellungen so, dass wir diese haben und erreichen wollen, weil wir uns durch das Erreichen dieser ein Gefühl, eine Veränderung erhoffen. 

Zum Beispiel erhoffen wir uns, dass wir uns durch einen neuen Haarschnitt oder eine neue und größere Wohnung selbstbewusster und somit glücklicher bzw. wohler fühlen. 

Das Problem bei dieser Art und Weise zu denken besteht jedoch darin, dass es sich an unserer Grundeinstellung und somit auch in unserem Gefühlsinnenleben langfristig betrachtet nichts ändern kann, solange auf die äußere Veränderung keine innere Veränderung kommt. Solange das nicht erfolgt wird sich an unserer Grundstimmung, unserem Wohlbefinden nichts verändern.

Das liegt ganz einfach der Tatsache zugrunde, dass wir uns selbst überall in mitnehmen. Wer sich also eine wirkliche Veränderung erhofft bzw. eine solche erreichen will, sollte sich stets fragen, was in seiner Grundeinstellung bestimmten Situationen gegenüber, sowie auch seiner Art und Weise zu denken und der dadurch verbundenen Gefühlslage verankert ist, was ihn daran hindert sein maximales Wohlbefinden zu erreichen. 

Gründe dafür könnten zum Beispiel sein: 

Verzeihe dir 

Schuldgefühle zu empfinden ist völlig menschlich. Wenn wir zum Beispiel eine andere Person verletzt haben oder uns selbst enttäuscht haben, indem wir uns etwas vorgemacht bzw. etwas geleugnet haben und somit nicht unseren eigenen Ansprüchen gerecht geworden sind. 

Was jedoch nicht normal sein sollte ist, wenn du dich wegen jeder Kleinigkeit fertig machst und vor lauter Schuldgefühlen gar nicht mehr klar denken kannst. 

Oftmals nehmen sich die Betroffenen selbst dabei als schlechte Menschen wahr, was mit Ängsten, Wut und Selbstvorwürfe einhergeht. Im Umkehrschluss führt das dann wiederrum so einem verminderten Selbstwertgefühl und einer inneren Blockade, weil die Betroffenen sich gedanklich permanent mit ihren angeblich versursachten Fehlern auseinandersetzten.  

Tipp: Mache dir bewusst, dass wir ALLE Fehler machen und mit zunehmendem Altem weiser und somit auch Entscheidungssicherer werden. Du machst jetzt schließlich auch nicht mehr dieselben Fehler, die du mit 13 noch gemacht hast. 

Dementsprechend ergibt es einfach logisch betrachtet keinen Sinn sich in der Gegenwart nach wie vor deswegen schlecht zu fühlen. 

Mache dir zudem bewusst, dass dich dein schlechtes Verhalten noch lange nicht direkt zu einem schlechten Menschen macht. Versuche deswegen aus deinen Fehlern zu lernen, indem du sie analysierst und dein Verhalten reflektierst, sodass du sie in Zukunft nicht mehr machst. 

            Und zuletzt: Verzeihe dir!

Unrealistische Ansprüche 

Niemand ist perfekt- wirklich NIEMAND. Verabschiede dich von der Vorstellung des Perfektionismus spätestens jetzt beim lesen dieser Zeilen. 

Große Ziele und dementsprechend hohe Ansprüche zu haben ist nicht verkehrt ganz im Gegenteil ist es sogar etwas wunderbares. Jedoch nur solange sie nicht ins absurde übergehen und man nicht krampfhaft versucht an diesen auch noch festzuhalten. Das Problem dabei ist nämlich, dass du dann jedes Mal, sobald du deinen viel zu hohen Ansprüchen wieder nicht gerecht geworden bist noch wütender und umso enttäuschter wirst.  

Jeder Mensch hat eine Begabung bzw. etwas worin er wirklich gut ist, etwas was ihm liegt. Und ich denke auch, dass jeder von uns unabhängig davon, ob er schon etwas kann oder nicht die Dinge erstmal ausprobieren sollte und solange sie einen auch wirklich interessieren jemand dementsprechend auch sehr gut in ihnen werden kann. Nichts desto Trotz gibt es jedoch Sachen die einem einfach überhaupt nicht liegen ganz gleich wie sehr man auch denkt sie können zu müssen. Wenn du zum Beispiel den Anspruch an dich hast der Weltbeste Triathlon Sportler zu sein, jedoch erst seit einem Monat dafür angefangen hast zu trainieren und dich davor sportlich nicht betätigt hast, sowie auch keine Ahnung von Triathlon an sich hast ist das einfach ein absurdes Ziel und somit auch ein viel zu unrealistisch hoher Anspruch an dich selbst. Natürlich kannst du einer der besten Triathlon Sportler werden keine Frage- jedoch NICHT innerhalb von einem Monat, ohne vorher je sportlich aktiv gewesen zu sein. Man braucht für gewisse Dinge eben eine gewisse Menge an Vorwissen, Zeit, Ausdauer und Kampfgeist, um diese entsprechend zu erreichen. 

Falsche Glaubenssätze

„Ich bin so unbegabt, so dumm, so fett, so hässlich, so…..“- Diese negativen Glaubenssätze sind den meisten von uns leider mehr als vertraut. 

Solche Gedanken werden dich sowohl im neuen Jahr, in Zukunft, sowie sie es auch schon in deiner Vergangenheit mit dir gemacht haben, kleinhalten. 

Sie sorgen dafür, dass du dich klein und wertlos fühlst und dementsprechend die unzähligen Chancen, welche dir im Laufe deines Lebens schon begegnet sind nicht ergriffen hast, sowie auch zukünftige Chancen, welche dir noch begegnen werden nicht ergreifen wirst. Sie halten dich mutlos und sorgen dafür, dass du keine neuen und wunderschönen Erfahrungen wahrnehmen kannst. 

Wenn du damit also endlich aufhören willst und wieder mutig und entschlossen sein willst die Beste Version deiner selbst zu werden / zu sein- dann ÄNDERE es !

Es ist immer leichter gesagt als getan, aber anders funktioniert es einfach nicht.

Es ist dein Leben, alles was du dir davon erhoffst und ersehnst liegt innerhalb deines Machtbereiches! Also steht auf, mach dir einen Plan bzw. verschaffe dir einen Überblick darüber, was du alles erreichen und haben willst und wie du am besten dahin kommst- dh. schreibe dir auch deinen Weg dazu auf und fange einfach an- völlig egal mit was davon, Hauptsache du startest. 

Und das tolle daran ist, dass du die Dinge nicht einmal direkt erreichen musst. Es reicht schon einfach mal den Lügen von negativen und nicht wahren Grundsätzen zu trotzen und es einfach mal anstelle dessen zu wagen. Alleine durch diese Erfahrung es überhaupt probiert zu haben wirst realisieren, dass dein „Worst Case Szenario“ 

1. überhaupt nicht eintreten wird – und 

2. dir Sicherheit geben, dass deine Ängste unbegründet sind und somit auch deine negativen Glaubenssätze gelogen sind! 

Wie bei allen anderen Dingen auch ist aller Anfang schwer, aber du wirst mit jedem weiteren Mal realisieren, dass es immer einfach werden wird und du jedes Mal noch stärker, selbstbewusster und positiver aus der Erfahrung herausgehen wirst. Somit werden nach und nach all deine negativen Glaubenssätze verschwinden und anstelle dieser werden positive und aufbauende Glaubenssätze rücken, welche dich deinen Zielen jeden Tag ein kleines bisschen näher bringen werden. 

Glaub an dich und sei mutig! Du bist die einzige Person in deinem Leben die etwas an dir und deinen Umständen ändern kannst, also trau dich und mach es!

Isabel Valentin

Stress und Leistungsdruck sind der oftmals überambitionierten und jungen Berlinerin Isabel Valentin kein Fremdwort. In dem dynamischen Hauptstadtleben hat sie schnell realisiert, wie wichtig eine ausgeglichene Balance zwischen Alltagsstress und Selbstfürsorge ist, weshalb sie sich im Laufe der Zeit zu einer wahren Calm Down Expertin entwickelt hat.

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