Dein Leben – Dein Tempo

Manchmal kommen wir in unserem Leben an einem Punkt, an dem wir das Gefühl haben etwas hinterherzuhinken. Oftmals denken wir dann, dass uns alle anderen Menschen schon viel weiter voraus sind und nur wir als einzige auf ganzer Strecke zurück geblieben wären. 

Doch woran liegt das überhaupt? 

Wir Menschen neigen von Natur aus dazu und mit anderen zu vergleichen. An sich ist daran auch nichts verkehrt, weil diese Vergleiche auch durchaus ins positive umgesetzt werden können, zum Beispiel wenn wir uns mit einer Person vergleichen, die in ihrem Leben schon das erreicht hat, wo man selbst noch gerne hinmöchte. Sobald wir jedoch damit beginnen aus unseren Vergleichen negative Schlussfolgerungen im Bezug auf unser eigenes Leben zu beziehen, werden wir unglücklich. 

Angenommen du bist immer noch am Studieren, während all deine Freunde schon geheiratet haben, Eltern geworden sind, oder gerade dabei sind eine „steile „Karriere hinzulegen und du dir daraufhin denkst „Mist, wieso bin ich immer noch am studieren, während alle anderen schon mitten im Leben stehen“! dann macht dich diese Art und Weise des Vergleiches, dieses Denkens unglücklich. 

Vielleicht bist du aber nach wie vor noch am studieren, weil du eventuell einen Studiengang, wie Jura oder Medizin gewählt hast der eben länger, als ein herkömmliches BWL Studium dauert? 

Oder du warst ein Jahr, oder sogar länger im Ausland gewesen, hast mehrere Praktika gemacht oder krankheitsbedingt pausieren müssen.

Das alles können mögliche Gründe dafür sein, wieso du noch immer am studieren bist und nicht schon „mitten im Leben stehst“. 

Und nichts desto trotz hast du immer doch dieses nagende Gefühl an dir, dass du schon viel weiter sein solltest und dementsprechend „hinterherhinken“ würdest. Zudem führt diese negative Empfindung nicht nur zu dem soeben beschriebenen Gefühl, sondern bringt auch weitere unschöne Gefühle, wie Neid und Selbstzweifel mit sich. [1]

Deine Vorstellungskraft ist stärker als du denkst 

Das Gefühl im Leben „hinterherzuhinken“ hat weniger etwas damit zu tun, dass dieser Gedanke wirklich der Realität entspricht, sondern eher etwas damit, dass du deiner ganz persönlichen Vorstellung, wie du angeblich sein solltest und was du demnach auch schon alles geschafft haben solltest hinterherhinkst!  

Das erstaunliche an dieser Sichtweise ist, dass es uns allen durchaus bewusst ist,

dass es keinen perfekten Masterplan für unser Leben gibt – oder nicht? 

Natürlich können wir Dinge planen und dementsprechend auch befolgen. Du kannst zum Beispiel planen dein Abitur zu machen, oder dich mit deiner Idee selbstständig zu machen. Letzten Endes wird der Weg dorthin in der Realität niemals auch nur annähernd so „perfekt“ ablaufen, wie du es dir zuvor vorgestellt – es zuvor geplant hast. 

Es gibt keine Zauberformel für „alle“

Dementsprechend gibt es auch keine universelle Sichtweise, keinen universellen Masterplan dafür, wie jeder Einzelne von uns sein Leben führen sollte. Was du alles in deinem Leben erreichen möchtest bezieht sich und beschränkt sich demnach ausschließlich auf DEINE Sichtweise der Dinge- nicht aber auf die einer anderen Person. Deswegen ist weder deine Ansicht eines „richtigen“ Lebens, noch die deines Nachbarn verkehrt. 

Natürlich gibt es „klassische Werdegänge“, indem man zum Beispiel direkt nach dem Abitur sein Studium beginnt und danach anfängt in irgendeinem Unternehmen, einer Kanzlei oder einem Krankenhaus zu arbeiten. 

Das „richtige“ muss nicht auch für dich richtig sein!

Was du dabei jedoch niemals vergessen solltest ist, dass nur weil viele Menschen diesen Weg für sich wählen und das für diese Menschen vielleicht auch so in Ordnung ist, noch lange nicht im Umkehrschluss bedeutet, dass dieser Weg auch der richtige für dich ist! 

Wenn dies nämlich der Fall sein sollte, wird dich dieser Weg weniger glücklich, sondern im Gegenteil total unter Druck setzten und somit sehr unglücklich machen. 

Was bringt es dir direkt nach deinem Abitur etwas zu studieren, wenn du noch lange nicht weißt, was du überhaupt machen willst? [1]

Wäre es anstelle dessen nicht viel sinnvoller sich zunächst einmal ein Jahr dafür Zeit zu nehmen überhaupt herauszufinden, wo deine Interessen alle liegen und was dir persönlich wichtig ist, was du noch alles in deinem Leben erreichen willst? 

Genauso verhält es sich auch mit dem Heiraten. Was bringt es dir mit Ende 20 deinen Partner nur zu heiraten, weil du dich von deinen Freunden, oder der Gesellschaft unter Druck gesetzt fühlst- nicht aber weil du wirklich denkst, dass er der einzige und richtige für dich ist. Das Alter ist nur eine Zahl! Und das solltest du dir immer wieder vor Augen führen. Nur weil du „schon“ Ende 20 bist heißt das noch lange nicht, dass du dich jetzt sesshaft, heiraten und eine Familie gründen musst! 

Manchmal sind wir einfach noch nicht soweit. 

Es gibt im Leben einige Situationen in denen wir einfach eine gewisse Erfahrungen mitbringen sollten. Insbesondere wenn es um das Thema Beziehungen geht, kann es sich durchaus als sehr hilfreich erweisen, wenn man vor seiner ersten Ehe mit dieser Person schon etwas länger zusammen war, oder auch vor ihr schon die ein oder andere Erfahrung im Bezug auf Beziehungen erlebt hat. 

Das selbe gilt auch für die Singles da draußen. Wenn du momentan niemanden hast, dann solltest du nicht krampfhaft versuchen dir etwas dergleichen zu erzwingen. Wenn es passieren soll dann wird es auch entsprechend passieren. Vielleicht möchtest du gerade einfach mal für dich alleine sein und diese Zeit genießen und denlst du dass du hemanden daten solltest, weil es all deine Freunde auch tun? 

Das Leben ist spontan

Wie schon zuvor erwähnt ist es unmöglich unser Leben komplett durchzuplanen bzw diesen von uns erstellten Plan 1:1 um zusetzten. Manchmal treffen uns Schicksalsschläge wegen denen wir für einige Zeit kürzer treten müssen, oder manche Dinge sogar komplett aufgeben müssen. 

Zudem kann es sich auch als sehr hilfreich erweisen, wenn du dir in solchen Momenten denkst, dass alles immer nur aus einem bestimmten Grund heraus passiert. Manchmal will uns das Leben einfach etwas lehren indem es uns zb indirekt „sagt“, dass wir zu diesem Zeitpunkt einfach noch nicht soweit sind, oder unser Leben hält etwas viel größeres und besseres für uns bereit, als wir es uns zu diesem Zeitpunkt überhaupt vorstellen können. 

Unsere Erfahrungen 

Alles in allem machen uns sowohl die guten, als auch die weniger schönen Erfahrungen sowohl reicher, als auch weiser. Sie formen unseren Charakter und machen uns letzendes zu der Person die wir sind. Und auch hier wird es einiges an Erfahrungen wie zB. Liebeskummer geben denen wir alle ausgesetzt sind und einige hingegen die ganz individuell bedingt sind. 

Zudem wiederfahren einigen von uns einige Erfahrungen schon sehr früh, während andere sie erst später- oder niemals erleben werden. Dementsprechend lautet auch hier die Devise wieder einmal- Das Alter ist nur eine Zahl. Ein 20 Jähriger kann durchaus schon viel traumatischere Erfahrungen in seinem Leben durchgemacht haben, als sein 40 Jähriger Onkel sie bis jetzt jemals durchlebt hat, geschweige denn noch durchleben wird. 

Dementsprechend ergibt es auch rein rational betrachtet überhaupt keinen Sinn, dein Leben und damit deine eigenen Erfahrungen mit denen eines anderen Menschen zu vergleichen.

Setzte den negativen Vergleichen ein Ende 

Stoppe die Vergleiche 

All diese negativen Gefühle von Neid, oder Selbstzweifel und das anhaltende Gefühl nie im richtigen Tempo zu leben liegen der Tatsache zugrunde, dass wir dazu neigen uns mit anderen Menschen bzw mit deren Leben zu vergleichen. 

Doch wie schon zuvor erläutert macht und hat jeder Mensch seine ganz eigenen Erfahrungen im Leben und dementsprechend auch sein ganz eigenes Tempo, was er oder sie befolgt. Demnach ist es überhaupt nicht möglich, dass eigene Leben mit dem eines anderen Menschen zu vergleichen.

Keiner ist perfekt

Ja, so schwer es uns auch fallen mag, aber kein Mensch ist perfekt und macht alles richtig.  Dementsprechend solltest du dich umgehend von dieser Vorstellung befreien und dir einfach mal denken, dass sich alle Menschen genau dasselbe fragen und auch nicht wissen, ob das, was sie momentan tun auf diese Art und Weise zu 100% richtig ist. 

Es gibt kein richtig und falsch im Leben [1] und deswegen auch keine universelle Formel dafür, wie jeder von uns Leben sollte. Nur weil es bei dem einem funktioniert heißt das noch lange nicht, dass es auch für dich das richtige ist!

Fokussiere dich auf dich selbst

Nimm ganz bewusst war, wo du dich momentan befindest und was du schon alles geschafft und erreicht hast. Dein Alter ist nur eine Zahl und nur weil jemand schon sehr früh sein Abitur, sein Studium oder eine bestimmte Position in seiner Karriere erreicht hat bedeutet das noch lange nicht, dass diese Person mit ihrem Leben zufrieden ist. 

Nimm wahr, wo du momentan stehst und versuche zu verstehen, warum einige Dinge so gekommen sind, wie sie nun mal momentan sind und freue dich darüber diese Erfahrungen machen zu können um somit entsprechend aus ihnen zu lernen anstatt dich damit fertig zu machen das du noch nicht dort stehst, wo du gerne in Zukunft stehen möchtest. Vielleicht brauchst du einfach noch die Zeit bis dahin, um einiges an Erfahrung und damit auch an Reife dazu zugewinnen, um überhaupt dazu im Stande zu sein dein zukünftiges Ziel erreichen zu können. Das eine Schließt das andere nicht aus! 

Der Schlüssel lautet hierbei – Vertrauen. 

Vertrauen in dich selbst, sowie auch zugleich in dein eigenes Leben. Du wirst das alles erfolgreich meistern und mit jeder hinzukommenden Erfahrung noch stärker und dadurch noch glücklicher werden. 

Quellen 

[1] https://www.youtube.com/watch?v=UHXqznszpo4

Isabel Valentin

Stress und Leistungsdruck sind der oftmals überambitionierten und jungen Berlinerin Isabel Valentin kein Fremdwort. In dem dynamischen Hauptstadtleben hat sie schnell realisiert, wie wichtig eine ausgeglichene Balance zwischen Alltagsstress und Selbstfürsorge ist, weshalb sie sich im Laufe der Zeit zu einer wahren Calm Down Expertin entwickelt hat.

Weitere Artikel

Close