5 Tipps gegen „Aufschieberitis“

Heutzutage sind wir vernetzter denn je, unser Tag explodiert förmlich an Aufgaben, während die meisten von uns schon mit dem bloßen Gedanken an die Bewältigung derer Schweißausbrüche bekommen und sie das Gefühl der Überforderung überkommt. Die Deadlines stehen vor der Tür und trotz Kalender und zahlreicher Notifications passiert es doch jedes Mal wieder aufs Neue- die Aufschieberitis – oder auch anders gesagt die Prokrastination- hat sich mal wieder ans Werk gemacht. 

Dieses Phänomen betrifft zwar den ein oder anderen von uns mal mehr bzw mal weniger, aber nichts desto trotz ist dieser „Umstand“ jeden von uns ziemlich geläufig. 

Prinzipiell kann man bezüglich der Aufschieberitis demnach zwischen zwei unterschiedlichen Gruppen von Menschen unterscheiden: 

  1. Die „Aufschieber“ (leichte Prokrastination). Hierbei handelt es sich um Menschen, welche gelegentlich etwas aufschieben, einfach weil sie es nicht gerne tun. Das kann auch etwas „öfter“ mal vorkommen, jedoch noch so, dass es sich in einem nicht „krankhaften“ Ausmaß verhält
  2. Die „Aufschieber“, welche so nahezu alles aufschieben, bei keiner Sache wirklich hinterherkommen und somit immer wieder in „brenzlige“ Situationen gelangen  – (Worst Case dh. Das eine Störung vorliegen kann) 

Worst Case „Fall“

Wenn sie sich jetzt unter den „Worst Case“ Kandidaten wiederfinden sollten, sollten sie nichts desto trotz, nicht in Panik (oder der gleichen verfallen), sondern Ruhe bewahren.

Es gibt heutzutage überall psychische Beratungsstellen, welche sie jederzeit aufsuchen können, um entsprechende Hilfe zu erhalten. Bei der Aufschieberitis handelt es sich im Worst case fall demnach um eine „Störung“ welche erwiesenermaßen oftmals auf medizinische Gründe zurückzuführen ist. Wenn sie den Verdacht haben, dass es sich bei ihnen um eine solche handeln könnte, dann machen sie sich nichts vor und zögern sie es nicht allzu lange heraus, da eine Aufschieberitis im schlimmesten Fall auch zu einer Depression führen kann. [2]

„Eat that Frog“

Hierbei handelt es sich um ein amerikanisches Sprichwort was soviel wie, „Wenn du morgens einen lebendigen Frosch isst, dann kannst du beruhigt durch den Tag gehen, weil es wahrscheinlich das schlimmste war, was dir an dem Tag passiert ist“ bedeutet. (Alex Giesecke und Nico Schork, kein Limit, S.146)

Demnach bezieht sich dieses Sprichwort auf die schwierigste Aufgabe, die du zu erledigen hast. [1]. Eine vor der du dich alleine schon bei dem bloßen Gedanken an sie davor drücken willst. Das Sprichwort besagt jetzt, dass du genau diese schwierige Aufgabe als aller erstes von deinem gesamten Tag erledigen sollst. Wenn du diese „schwierigste“ Aufgabe bewältigt hast, dann kannst du deine anderen Aufgaben, welche noch im Verlaufe deines Tages auf dich zukommen werden viel entspannter angehen, weil dir jetzt bewusst ist, dass du das schlimmste schon hinter dich gebracht hast. Der „ekligste Frosch“ ist damit, um sich nochmals auf das Sprichwort zu beziehen, gegessen. 

Konkrete Checkliste

  1. Mach dir einen Abend vor dem nächsten Tag bewusst, welche deine schwierigste Aufgabe sein wird. [1]
  2. Was schiebst du schon seit Tagen, vielleicht sogar schon seit Wochen vor dir her, obwohl du es eigentlich schon längst hättest erledigen sollen? 
  • Stelle genau DIESE AUFGABE bei deiner Agenda an die aller erste Stelle. Und mache dir bewusst, dass du genau diese Aufgabe als aller erstes angehen wirst, komme was wolle! 
  • Wenn du mehrere schwierige Aufgaben vor dir hergeschoben hast, dann solltest du hierbei wirklich priorisieren, bei welche von denen es sich jetzt um die schwierigste handelt. 
  • Worauf es jedoch am meisten ankommt ist, dass du dich direkt am nächsten Morgen die Aufgabe setzt und diese auch komplett durchziehst! 
  • Schalte jegliche Ablenkungen ab und höre erst mit deiner Aufgabe auf, sobald du sie erledigt hast 
  • Genieße das wundervolle Gefühl danach. Du hast es geschafft! der ekligste aller Frösche ist gegessen und du kannst dich jetzt deinen restlichen Tag wesentlich entspannter angehen. 

The One Thing aus dem gleichnahmigen Buch „The one Thing“ 

Bei diesem Prinzip geht es darum, dass du ganz unabhängig davon, um welche Aufgabe es sich bei dir auch immer handeln mag, du dich fragst, was die EINE SACHE ist, die du jetzt machen kannst, sodass alle anderen Aufgaben entweder einfacher oder sogar komplett irrelevant werden. [1]

Jedes Mal, wenn du mit deiner Aufgabenplanung beginnst, solltest du dir aneignen, dich genau das immer zu fragen. Wenn du nämlich erst einmal herausgefunden hast, welche die eine Aufgabe ist, dessen Bewältigung alles andere vereinfacht, oder sogar als unnötig erscheinen lässt, sparst du dir eine Menge Zeit und Aufwand zugleich. Aufgrund dessen, dass die  Menge der zu erledigenden Aufgaben abnimmt und du deswegen entsprechend weniger Zeit investieren muss, bist du noch motivierter mit der Bewältigung deiner Aufgaben zu beginnen, anstatt sie weiterhin vor dich herzuschieben. 

Parkinson Law 

Spätestens wenn wir uns an unsere Schulzeit zurückerinnern, wird uns auffallen, dass die ein oder andere Hausaufgabe doch ganz gerne mal „vergessen“ wurde. Doch ganz unabhängig davon, wie umfangreich diese auch gewesen ist, wurde sie trotzdem noch schnell entweder einen Abend vorher oder wenn es ganz kritisch geworden ist, auch mal eben schnell in der Pause erledigt. Aber nichts desto trotz, hat man die Aufgabe – wie auch immer fertigbekommen. 

Und genau diesem Phänomen liegt das sogenannte „Parkinson Law“ zugrunde. Dieses besagt nämlich, dass die Arbeit sich nur in genau dem Maße ausdehnt, wie auch die Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht. [1]

Das bedeutet, dass du immer den kompletten Zeitraum für eine Aufgabe beanspruchst, wie er dir auch entsprechend zur Verfügung steht. 

Das liegt daran, dass sich unser Gehirn exakt auf den Zeitraum einstellt, den wir zur Verfügung haben. Wenn du zB weißt, dass du zwei Wochen für etwas Zeit hast, dann denkst du auch, dass du genau diese kompletten zwei Wochen für die Bewältigung dieser Aufgabe benötigst. Und genau das ist unter anderem auch einer der Gründe, warum wir prokrastinieren- eben weil wir oftmals viel zu viel Zeit für einzelne Aufgaben einplanen und deswegen automatisch davon ausgehen, dass je mehr Zeitaufwand betrieben werden muss, auch die Aufgabe entsprechend umso schwieriger und umfangreicher sein wird. 

Um also der Aufschieberitis entgegenzutreten kannst du dir mithilfe des „Parkinson Law“ mit Absicht möglichst kurze Deadlines setzten. Somit sparst du zum einen extrem viel Zeit und zum anderen erzielst du auch meistens bessere Ergebnisse, weil es sehr wahrscheinlich ist, dass du in einer kurzen Zeit wesentlich konzentrierter und dementsprechend auch viel produktiver bist, als über einen längeren Zeitraum hinweg. 

Natürlich solltest du dir dabei immer realistische Ziele setzten und keine utopischen Deadlines aufstellen, welche dich nur noch zusätzlich überfordern, aber meistens denken wir, dass wir für „einfache“ Sachen viel mehr Zeit benötigen als wir es eigentlich tun. 

Focus

Dieser wird bei in den meisten von uns nicht wirklich eine Verbindung zu  „Aufschieberitis“ herstellen, jedoch wird einem bei genaueren Hinsehen bewusst, dass man die meiste Zeit damit vertrödelt und deswegen auch Dinge vor sich hinschiebt, weil einem der entsprechende Fokus fehlt. Deswegen solltest du, unabhängig davon was du machst, dich immer zu 100% auf diese EINE Sache fokussieren. Lasse dich weder von jemandem, noch deinem Handy oder sonst was ablenken, sondern investiere deine gesamte Konzentration und Willenskraft in diese eine Aufgabe. [1]

Störfaktoren beseitigen 

  • Gut planen. Markiere dir in deinem Kalender, Handy wo auch immer einen ganz bestimmten Zeitraum, welchen du ausschließlich nur dieser einen Aufgabe widmest. 
  • Eliminiere alle Ablenkungen / Unterbrechungen (zB. seinen Kindern, Partner, Eltern sagen das innerhalb dieses Zeitraums nicht gestört werden will) 
  • Leg dein Handy weg 
  • Keine Hintergrundgeräusche im Sinne von Musik oder zB einer Serie, welche im Hintergrund laufen 

Plane Deinen Tag 

Jedem von uns ist dieses Gefühl mehr als geläufig. Man hat einen komplett vollgestopften Tag vor sich, aber nichts desto trotz, kommt man einfach nicht voran. Bei genauerer Beobachtung liegt diese Phänomen meistens der Tatsache zugrunde, dass man diese ganzen Aufgaben zwar alle im Kopf hat und auch immer und immer wieder durchspielt, aber genau deshalb auch nicht damit beginnt, diese Aufgaben zu erledigen, sondern sich eben schon von den bloßen Gedanken an sie schon viel zu überfordert und erschlagen fühlt. Man findet einfach nicht den Anfang und genau dieser Aspekt ist jener, welcher uns unsere wertvolle Zeit in Anspruch nimmt. Das Resultat besteht dann darin, dass man am Ende nichts erledigt hat, alles wieder mal aufschiebt und völlig frustriert und genervt ist. 

Das einzige, was hierbei wirklich helfen kann, ist dir richtige Planung. Diese zeigt dir nämlich nicht nur auf, womit du als erstes beginnen sollst, sondern verhilft dir gleichzeitig auch dabei keine kostbare Zeit mehr zu vergeuden. 

Step by Step 

  1. Verschaffe dir über alle deine Aufgaben einen Überblick- im besten Falle schreibst du sie dir alle irgendwo auf. ( der Stressfaktor ist meistens weniger der Menge an Aufgaben verschuldet, sondern eher dem stressigen Gefühl, alle von ihnen ständig im Kopf haben zu müssen. Genau das führt zu der Verwirrung, womit man überhaupt zuerst beginnen soll. Hast zu sie erst einmal zu Papier gebracht, bist du schon mal den ersten Stressfaktor los) 

Generell hilft es enorm sich die Dinge einfach mal aufzuschreiben, um den Stress entgegenzuwirken. Das aufschreiben sorgt dafür, dass du deine Gedanken ordnest und somit entsprechend wieder einen „klaren Kopf“ bekommst. [1]

  • Priorisieren. Schaue dir ganz genau an, welche Aufgaben wichtig sind und welche nur „dringend“ sind. Hierbei bietet es sich vor allem an, „The One Thing/ Parkinson Law, oder den „Fokus“ anzuwenden). Das Ziel beim Priorisieren liegt darin herauszufinden, welche die wichtigste und damit entsprechend nächste Aufgabe ist. 
  • Hast du „diese eine wichtigste Aufgabe“ herausgefunden, dann geht es in diesem Schritt darum sie entsprechend auf mehrere kleinere Teilschritte herunter zu brechen. 
  • Schreibe dir alle einzelnen Teilschritte entsprechend auf. Dein „Idioten Plan/Backup Plan“ ist erstellt 
  • Hangle dich an den einzelnen Teilschritten entlang- solange bis du deine Aufgabe erledigt hast. 

Zudem gibt es noch eine weitere hilfreiche und damit auch wohl jedem geläufige Methode, welche die einen lieben, während die anderen sie hassen und zwar die To-Do-Liste. Auch diese kann ihnen ergänzend zu ihrer eigentlichen Tagesplanung nochmals einen schnellen Überblick darüber verschaffen, was bei ihnen noch so alles als nächstes ansteht. Abschließend hat man am Ende zudem auch noch immer etwas zum Abhaken und somit auch das Gefühl, etwas geschafft zu haben nochmals verstärkt. 

Letztendlich muss aber jeder für sich unter dieser enormen Vielzahl an verschiedensten Methoden, um gegen die Aufschieberitis anzukommen die für ihn am passendsten Methoden herausfiltern, wobei hierbei gilt: „Probieren geht über studieren“. 

Quellen:

[1] Alex Giesecke und Nico Schork/Kein Limit/2. Auflage 2017

[2] Semesterplaner 2019/2020

[3] Gary Keller und Jay Papasan/The one thing/2012

Isabel Valentin

Stress und Leistungsdruck sind der oftmals überambitionierten und jungen Berlinerin Isabel Valentin kein Fremdwort. In dem dynamischen Hauptstadtleben hat sie schnell realisiert, wie wichtig eine ausgeglichene Balance zwischen Alltagsstress und Selbstfürsorge ist, weshalb sie sich im Laufe der Zeit zu einer wahren Calm Down Expertin entwickelt hat.

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