Ablehnung

Abgelehnt zu werden ist für alle von uns nicht nur äußerst unangenehm, sondern auch sehr schmerzhaft. 

Nichts desto trotz ist Ablehnung bzw Zurückweisung ein fester Bestandteil unseres Lebens und demnach nicht vermeidbar. Was du jedoch tun kannst, ist zu lernen, wie du in Zukunft besser mit ihr umgehen kannst.

Niemand mag dieses Gefühl und trotzdem begegnet uns die Ablehnung in allen Lebenslagen. Wenn du dich zum Beispiel in jemanden verliebst und diese Person nicht das gleiche für dich empfindet, dein Partner dich verlässt, oder wenn du eine Bewerbung abschickst und daraufhin keine Zusage bekommst. [1]

Zudem fühlen wir uns auch zurückgewiesen, wenn unsere Freunde uns immer wieder absagen, oder wir uns auf der Arbeit nicht ernst genommen fühlen, weil unsere Ideen immer wieder abgelehnt werden. 

Warum fällt es uns so schwer Ablehnung zu akzeptieren? 

Auf der einen Seite liegt es unserem Wunsch nach Anerkennung und Integrität zugrunde und auf der anderen Seite daran, dass wir uns durch eine Ablehnung hilflos fühlen, weil jemand anderes diese Entscheidung getroffen hat und uns somit die Kontrolle- die Entscheidungsfreiheit genommen hat. 

Wenn dein Partner sich zum Beispiel dazu entscheidet dich zu verlassen, dann hat er diese Entscheidung schon im vornerein für sich getroffen und dir dann lediglich davon berichtet. Alles was auch immer du jetzt sagst oder tust wird im Nichts verlaufen, weil seine Entscheidung schon feststeht und es demnach nichts gibt was du tun könntest, um ihn von dieser Entscheidung umzustimmen. 

Zudem neigen wir auch sehr oft dazu unser Selbstwertgefühl von anderen abhängig zu machen. [1] Das bedeutet im Umkehrschluss, dass sobald es zu einer Ablehnung kommen sollte, wir uns direkt angegriffen und weniger Wert fühlen. Daraufhin beginnt eine Art Teufelskreis, weil wir uns selbst einreden nicht mehr gut genug, liebenswert und allgemein wertvoll zu sein und somit dazu neigen uns selber abzuwerten. [1]

Survival oft he fittest 

Und zuletzt tut Ablehnung – jeglicher Art einfach nur verdammt weh. Neurowissenschaftlern zu Folge aktiviert Ablehnung bzw Zurückweisung unser Schmerzzentrum im Gehirn, was derselbe Bereich ist, welcher auch für unser körperliches Schmerzempfinden oder andere körperliche Erkrankungen verantwortlich ist. [1]

Das macht auch evolutionstechnisch betrachtet ziemlich viel Sinn, weil damals jene Menschen, welche nicht in einer Gemeinschaft, sondern auf sich allein gestellt gelebt haben viel eher irgendwelchen Raubtieren zum Opfer gefallen sind, oder an einem Kältetod zugrunde gegangen sind als diejenigen, welche in einer Gemeinschaft gelebt haben. Letzterer hatten nämlich die Möglichkeit, sich gegenseitig zu unterstützen, was dazu geführt hat, dass die meisten aus der Gruppe länger überleben konnte. 

Überlebt haben also jene Menschen, die sich anpassen konnten, wodurch es entsprechend wehgetan hat, wenn einer aus der Gemeinschaft ausgeschlossen wurde. Und diesen Selbstschutzmechanismus hat unser Gehirn bis einschließlich heute beibehalten.

Natürlich unterscheidet sich dabei auch das Schmerzausmaß, je nachdem, ob du zum Beispiel von deinem Schwarm zurückgewiesen, oder von deiner ersten großen Liebe verlassen wurdest. [1] Oder ob du eine Ablehnung auf deine Bewerbung, oder aus deiner Arbeit gekündigt wurden bist. 

Zudem gehen wir alle auch ganz unterschiedlich mit unseren Schmerzempfindungen um, weshalb wir uns auch in unseren Reaktionen auf Ablehnung unterscheiden. Während einige in ihrem Leben gelernt haben mit Ablehnung besser umzugehen gibt es wiederrum andere, welche das noch nicht so „gut“ beherrschen.  

Mit Ablehnung besser umgehen 

Nimm es nicht persönlich. 

Wie auch schon zuvor erwähnt gehört Ablehnung einfach – so unangenehm es auch manchmal sein mag- zum Leben dazu. Und keiner von uns kommt da dran vorbei. Was jedoch wirklich sehr wichtig ist, ist, dass du dir vergegenwärtigst, dass eine Zurückweisung NICHTS über dich als Person aussagt. [1] Wenn du also das nächst Mal mit einer Ablehnung konfrontierst wirst, dann mach dir bewusst, dass diese Ablehnung nicht zustande gekommen ist, weil mit dir etwas als Person „falsch“ ist, sondern weil die andere Person etwas abgelehnt hat, was einfach nicht zu ihr passt. [1]

Finde andere Erklärungen 

Wenn du zum Beispiel von deinem Schwarm eine Ablehnung erhältst, dann denke nicht, dass du niemals wieder von einem Mann, oder einer Frau geliebt werden wirst, sondern sage dir: „Hey, vielleicht war derjenige-/ diejenige schon vergeben, befindet sich gerade in einer Trennung, ich bin einfach nicht ihr/sein Typ oder derjenige möchte im Moment einfach nicht“. Doch auch hier gilt wieder, wie auch schon zuvor- es liegt nicht an dir als Person. Hierbei geht es einfach darum, dass du dich nicht sofort an den erstbesten Gedanken, welcher dir in den Kopf schießt festklammerst, sondern die Situation auch mal aus einem breiten gefächerten Winkel betrachtest. 

Gedanken wie, ich bin nicht gut genug für XY, niemand will mich oder ich werde sowas niemals schaffen, solltest du schleunigst unterbinden. Das sind nämlich keine Objektiven Meinungen von außen, sondern lediglich deine eigenen negativen Bewertungen welche zum einen völlig unbegründet und zum anderen sehr kontraproduktiv sind. Versuche dich also davon schleunigst zu lösen und anstelle dessen den 2. Tipp anzuwenden. 

Versuche realistisch zu bleiben

Manchmal werden wir leider auch von außenstehenden sehr persönliche angegriffen. Zum Beispiel wenn dir jemand Dinge sagt wie: „Du bist unglaublich dumm, hässlich, unbrauchbar, ein Versager….“ Aber selbst wenn dieser Fall eintreten sollte, solltest du dir bewusst machen, dass es 1. Nur die Meinung einer einzelnen Person ist und 2. Es noch lange nicht bedeutet, dass diese auch der Wahrheit entspricht. Es ist zudem unmöglich bei jedem Menschen auf Zuneigung zu stoßen und von diesem gemocht zu werden. Du magst schließlich auch nicht jeden Menschen dem du begegnest oder?  Und hinzukommend gibt es auch einfach einige Menschen die leider die Neigung dazu haben, aus Neid und Eifersucht irgendwelche Lügen zu verbreiten oder eben gemeine und irrelevante Dinge zu sagen. 

Ablehnung tut weh- kümmere dich um dich selbst

Wenn wir Kinder trösten bringen wir ihnen in diesen Momenten sehr viel Zuneigung und Verständnis entgegen und versuchen somit die Situation zu besänftigen und sie wieder aufzubauen. Und genau dasselbe solltest du auch bei dir tun. Selbst wenn es keinen außenstehenden in diesem Moment geben sollte, der dich in den Arm nehmen und dir gut zureden könnte, kannst du es immer noch selbst übernehmen. Wir vergessen nämlich ziemlich oft- insbesondere durch den ganzen Alltagsstress, dass wir die Person sind, welcher wir eine lebenslange Verantwortung gegenüber haben. Und dieser solltest du insbesondere in solchen Momenten ganz bewusst nachgehen! 

Wiederholte Ablehnung

Die altbekannte „Pechsträhne“. Wie schon zuvor erwähnt ist es völlig normal immer wieder im Laufe seines Lebens mit Ablehnung (in allen Lebenslagen) konfrontiert zu werden. Zum Beispiel, wenn du schon den 3. Korb in Folge kassierst, oder die 15te Ablehnung auf dein Bewerbungsschreiben erhältst. [1] Und natürlich lösen solche Pechsträhnen sehr große Selbstzweifel in einem aus und man fühlt sich, als ob man von einem Lastwagen überrollt wurden wäre. Aber auch hier kannst du handeln!

Frage einfach mal nach

Wenn du mehrere Ablehnungen auf dein Bewerbungsschreiben erhalten hast, könntest du einfach mal nachfragen, was die Ursache für diese Ablehnungen ist. [1] Natürlich wird dir nicht jedes Unternehmen antworten, aber das ein oder andere wird sich bei dir melden. Es kann zum Beispiel sein, dass das Unternehmen gerade viele Leute entlassen muss und sie deswegen momentan keine freie Stelle mehr zur Verfügung haben (das kann durchaus der Fall sein, wenn du eine Initiativbewerbung abgeschickt hast). Oder das Unternehmen sucht momentan nur nach erfahrenen Leuten, welche schon ein abgeschlossenes Studium in diesem Bereich vorzuweisen haben. Und selbst wenn es doch an der „verminderten“ Qualität deines Motivationsschreiben liegen sollte, kann sich dieses Feedback als sehr hilfreich erweisen, sodass du in Zukunft mehr acht darauf geben wirst, sodass du bei deiner nächsten Bewerbung eine Zusage bekommst.  

Ebenso kannst du diesen Tipp auch in deinem Sozialleben anwenden. Wenn du zum Beispiel bemerken solltest, dass deine letzten Freundschaften, oder auch deine letzten Beziehungen alle im Nichts verlaufen sind, könntest du deine dir engstehenden Freunde einfach mal fragen wie du auf außenstehende wirkst und dir auch hier Feedback holen. Daraufhin kannst du dir dann darüber Gedanken machen und an dir arbeiten. Vielleicht wirkst du ja total desinteressiert, kühl und launisch auf andere? Selbst wenn das gar nicht deine Absicht sein sollte. Oft haben wir unsere Wirkung, welche wir auf andere Menschen haben gar nicht wirklich im Gefühl.

Was trägst du dazu bei?

Wenn du zum Beispiel einen Businessplan erstellt hast und schon wieder von dem 10ten möglichen Investor eine Abfuhr bekommen hast, dann sind daran vielleicht nicht nur die „blöden“ Investoren Schuld, die alle deine super Idee nicht anerkennen wollen, sondern vielleicht ist es wirklich dein Businessplan der einfach noch nicht überzeugend genug ausgearbeitet wurde. Auch hier bietet sich der vorherige Tipp des Nachfragens sehr gut an, um sich entsprechendes Feedback einzuholen, was dir dann wiederrum dabei helfen kann dich noch weiter zu verbessern.

Und auch hier gilt wieder, dass nicht du als Person für dein Vorhaben ungeeignet oder „zu dumm“ bist, sondern, dass es lediglich einfach noch ein paar Punkte gibt, die es zu verbessern gilt, um dann das gewünschte Ergebnis zu erhalten und dein Ziel somit zu erreichen. 

Quellen 

[1] https://www.gluecksdetektiv.de/ablehnung/

[2] https://zeitzuleben.de/aus-der-gehirnforschung-soziale-ablehnung-tut-weh/

Isabel Valentin

Stress und Leistungsdruck sind der oftmals überambitionierten und jungen Berlinerin Isabel Valentin kein Fremdwort. In dem dynamischen Hauptstadtleben hat sie schnell realisiert, wie wichtig eine ausgeglichene Balance zwischen Alltagsstress und Selbstfürsorge ist, weshalb sie sich im Laufe der Zeit zu einer wahren Calm Down Expertin entwickelt hat.

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