Mit Kritik souverän umgehen

Ob es sich um den eigenen Job, das Privatleben oder gegenüber einem selbst handelt, in allen Lebenslagen begegnen wir ihr immer wieder – der Kritik. Insbesondere, wenn man am aller wenigsten mit ihr rechnet, trifft sie einen besonders hart. Dabei ärgern wir uns und sagen vielleicht sowas wie „Was fällt dem denn ein“! oder wir bekommen es mit der Angst zu tun, bekommen dementsprechend ein mulmiges Gefühl und lassen uns im schlimmsten Fall komplett von ihr verunsichern. 

Doch ist Kritik wirklich so schlimm? Und wieso gibt es einige Menschen die negativen Rückmeldungen einfach so wegstecken können, während es anderen sogar schlaflose Nächte bereitet?

Unser Selbstwertgefühl 

Bei Kritik handelt es sich um eine Rückmeldung unserer Umwelt auf unser Verhalten. Diese kann uns dann entweder positiv betrachtet anspornen, sodass wir etwas dazu lernen und dementsprechend wachsen oder uns frustrieren und somit auch verunsichern. [1]

Die Schwierigkeit mit der Kritik haben besteht darin, dass es den meisten von uns oftmals sehr schwer fällt auf geäußerte Kritik sachlich und entsprechend ruhig zu reagieren. Ein uns sehr geläufiger Spruch bezogen auf dieses eben erläuterte „Dilemma“ wäre wohl „Nimm doch nicht immer alles gleich so persönlich, es war ja nur ein gut gemeinter Rat“- Oftmals ist aber genau das der springende Punkt. Es ist viel leichter gesagt, als getan uns von einer geäußerten Kritik nicht persönlich angergriffen zu fühlen. 

Wir sind eben nicht dazu im Stande unsere Persönlichkeit und eine geäußerte Kritik klar und deutlich voneinander zu trennen. Dadurch, dass sich negative Kritik gegen unser Verhalten richtet, verletzt sie somit unser Grundbedürfnis nach Anerkennung und Selbstwert. [1]

Und was hierbei eben gerne immer vernachlässigt wird, ist die Tatsache, dass wir nicht unser Verhalten sind. 

Das Hauptproblem bei Kritik besteht also nicht darin, dass diese geäußert wurde, sondern in unserer extrem hohe Verletzlichkeit. Wenn Kritik geäußert wird neigen wir aufgrund unserer völlig irrationalen Schlussfolgerungen dazu Gedanken wie, nicht gemocht zu werden oder Gefühlen, wie sich komplett aus der Gemeinschaft ausgeschlossen zu fühlen zu haben. 

Ergo wir fühlen uns als ein totaler Loser und was noch viel gravierneder ist, ist die Tatsache, dass wir uns dann dementsprechend auch wie einer verhalten. 

Typische (nicht souveräne) Reaktionen auf Kritik: 

  • Rechtfertigung 
  • Beleidigt sein 
  • Ignoranz gegenüber der geäußerten Kritik 
  • Innerlich zu erstarren 

Kritikfähigkeit lässt sich erlernen

Bleiben sie gelassen

Die erste Reaktion, die du auf eine geäußerte Kritik zu Tage bringst ist entscheidend. Anstatt also umgehend in die Luft zu gehen oder vor lauter Empörung in Kurzatmigkeit zu verfallen solltest du Experten zufolge einfach Mal versuchen Ruhe zu bewahren. Bevor du also das nächste mal auf eine Kritik unmittelbar und dementsprechend völlig unbedacht reagierst, solltest du zunächst einfach ein paar Sekunden abwarten. Atme während dessen tief durch die Nase ein und durch den geöffneten Mund wieder aus. Dabei kannst du auch, sofern dir danach ist bis zehn zählen. Das entscheidende ist, dass dein Körper mithilfe dieser kurzen „Atemübung“ seine Stresssymptome wieder abbaut und dein Kopf somit wieder entsprechend an Klarheit gewinnt. Durch diesen ruhigen Zustand bist du wieder in der Lage, dich bei deinem Gegenüber zu erkundigen, ob du das gesagte auch wirklich richtig verstanden hast, indem du es mit deinen eigenen Worten nochmals wiederholst. Das hat den positiven Nebeneffekt, dass du eventuelle Missverständnisse beseitigst und zudem noch an Zeit gewinnst, um dir eine angemessene Reaktion zu „überlegen“. [1]

Frage nach

Du wirst im Laufe deines Lebens leider immer wieder auch mit Menschen zusammenstoßen, welche leider nicht dazu im Stande sind sachliche, sondern stattdessen ausschließlich unsachliche Kritik zu äußern. 

Diese kann man mithilfe folgender drei Fragen ganz einfach aufdecken: 

  1. Worauf bezieht sich deine Kritik 
  2. Was ist dein konkreter Wunsch an mich [1]
  3. Warum kritisierst du mich und wie kann ich es „besser“ machen 

Wer demnach nicht dazu im Stande ist, „seine Kritik inhaltlich präzise zu erklären, der sollte dich auch nicht weiter beschäftigen. Diese Personen sind oftmals nicht dazu in der Lage das umzusetzen, was sie bei dir „kritisiert“ haben bzw worauf sie bei dir neidisch sind. Bei ihrer Kritik handelt es sich nicht um eine konstruktive Form der Kritik, sondern um den puren Ausdruck ihrer Eifersucht durch welche sie versuchen dich zu verunsichern, um dir entsprechend genau das kaputt zu machen.

3.  Versetze dich in die Lage deines Kritikers 

Versuche die Sichtweise deines Kritikers dir gegenüber nachzuvollziehen und zeige ihm, dass du seine Meinung entsprechend respektierst. Das kannst du tun indem du zum Beispiel sagst, dass du es von diesem Standpunkt aus so noch gar nicht betrachtet hast. Damit sorgst du dafür, dass sich die zuvor vielleicht sogar schon sehr angespannte Situation wieder etwas entspannt und du signalisierst zudem auch noch deine Kooperationsbereitschaft. [1]

Wichtig ist, dass du hierbei aber verstehst, dass es nicht bedeuten soll, dass du immer mit der dir gegenüber geäußerten Kritik einverstanden sein musst. Es recht meistens schon lediglich die Kritik des anderen als deren Meinung anzuerkennen und sich somit entsprechend selbst klarzumachen, dass man es eben auch anders betrachten kann. Es gibt schließlich immer zwei Seiten der Medaille. 

4. Überprüfe dein Selbstbild von dir 

Wenn du dir selbst über deine Fähigkeiten und Werte nicht im Klaren bist, kannst du auch nicht von dir überzeugt sein. Wenn das der Fall sein sollte würde jede geäußerte Kritik von jedem x-beliebigen Menschen auf dieser Welt dir gegenüber, wie eine Waffe wirkt und dich dementsprechend auch genau so verunsichern. 

Hierbei geht es also sehr viel um Fragen wie,

  • Wie groß ist eigentlich dein innerer Kritiker?
  • Wie nimmst du dich selber wahr? 
  • Und insbesondere um die Frage, ob wir „immer perfekt“ sein müssen. 

Du solltest dir darüber bewusst werden, dass wir nur gekränkt und entsprechend verletzt reagieren, wenn uns unser innerer Kritiker schon zuvor unbewusst verurteilt hat. [1]

Wenn wir von unserem Tun hingegen völlig überzeugt wären würde es uns kein bisschen interessieren, was die anderen an uns auszusetzten haben. 

Fazit- Perfection does not exists

Der Schlüssel um mit jeglicher Kritik souverän und gelasser umgehen zu können liegt demnach in der Frage: Was DU über dich selbst denken musst, um auf geäußerte Kritik gelassener reagieren zu können. Wenn du also damit beginnst deine eigenen Einstellungen und Ansichten dir gegenüber (positiv) zu verändern wirst du auf Dauer betrachtet dazu im Stande sein souveräner und gelassener auf Kritik von außen zu reagieren. 

Außerdem solltest du auch immer im Kopf behalten, dass kein einziger Mensch jemals perfekt sein wird bzw es überhaupt sein kann. Dementsprechend sollte sich diese verzerrte „Idealvorstellung“ auch nicht in irgendeiner Art von Ansprüchen bei dir selbst äußern. Liebe und genieße dich einfach genauso wie du bist und siehe (konstruktive) Kritik als eine nette Umarmung an, welche dich in Zukunft dazu anspornt noch besser zu werden und dich entsprechend dahin bringen wird, wo du gerne hin möchtest. 

Quellen 

[1] https://tipps.jobs.de/softskill-dickes-fell-wie-sie-souveraen-mit-kritik-umgehen/

[2] https://www.impulse.de/management/selbstmanagement-erfolg/mit-kritik-umgehen/3563879.html

Isabel Valentin

Stress und Leistungsdruck sind der oftmals überambitionierten und jungen Berlinerin Isabel Valentin kein Fremdwort. In dem dynamischen Hauptstadtleben hat sie schnell realisiert, wie wichtig eine ausgeglichene Balance zwischen Alltagsstress und Selbstfürsorge ist, weshalb sie sich im Laufe der Zeit zu einer wahren Calm Down Expertin entwickelt hat.

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