Verhalten: So gelingt die Erziehung Deines Hundes

Du hast einen Welpen oder einen neuen erwachsenen Hund? Dann geht es jetzt los mit der Hundeerziehung. Die Hundeerziehung fußt auf den gleichen Grundlagen, wie die Erziehung eines Kindes. Sie benötigt Wohlwollen, Geduld, aber auch Konsequenz und Selbstbewusstsein. Erziehung geschieht nie nur mit Worten. Als Erziehender musst Du Deine Ziele feste im Blick haben und auch mit Mimik und Gestik ausdrücken, was Du vermitteln möchtest. Im Idealfall hast Du dann einen gut erzogenen Hund, der sozial kompetent und eine Freude für Familie und Umgebung ist. Vor allem aber führt die Erziehung zu einem stressarmen Umgang mit einem entspannten Hund. 

Ein gestresster Hund? Lieber nicht!

Stress bringt nicht nur Unruhe und Ärger, er kann auf Dauer sogar richtig krank machen. Das gilt für Herrchen und Hund gleichermaßen. Stehst Du unter Strom, färbt das auf den Hund ab und umgekehrt. Ihr spiegelt Euch quasi gegenseitig. Das kann schnell zu einem ungünstigen Teufelskreis führen, der die Freude an dem geliebten Weggefährten schnell zunichtemacht. Im schlimmsten Fall wird Dein Hund unter Dauerstress körperlich und seelisch krank oder zu einer Gefahr für andere.  

Zuallererst braucht Dein Hund eine sichere Bindung zu Dir. Dazu solltest Du Dich eingehend mit ihm beschäftigen, möglichst viel Zeit mit ihm verbringen und ihn überall mit hinnehmen. Damit schaffst Du eine gute Basis für anstrengende Situationen. 

Dazu braucht ein Hund eine verlässliche Erziehung, die ihm Sicherheit vermittelt und Ängste nimmt. Auch muss er sich an manche Situationen erst gewöhnen. Gib ihm dazu die Zeit, die er braucht. Inkonsequenz, Hektik, ein unsicheres Herrchen oder Erziehung durch unterschiedliche Personen können ihn verunsichern – er weiss dann nicht, wie er in kritischen Situationen reagieren soll [1]. 

Dagegen helfen eindeutige Signale, regelmäßige Tagesrhythmen und Aktivitäten, um entspannt mit Stressoren umgehen zu können. Er lernt beispielsweise, wenn Du immer zur gleichen Tageszeit in die Küche gehst, dass er dann sein Futter bekommt. Schließt Du abends die Rolläden, kann das auch für ihn ein Signal zur Schlafenszeit sein. Du pfeiffst auf dem freien Feld, um ihn zurückzuholen oder schnippst mit dem Finger, wenn er bei Fuß gehen soll. All das lernt Dein Hund durch ständige Wiederholung und Verstärkung, zum Beispiel, wenn Du ihn lobst. 

Natürlich ist Grenzen zu setzen nicht immer leicht. Vielleicht sorgst Du Dich, dass Dein Hund Dich dann nicht mehr mögen könnte. Aber das wird nicht passieren, im Gegenteil: Wenn Du klare und konsequente Grenzen artikulierst, vermittelst Du ihm Sicherheit und er weiß, dass er sich immer auf Dich verlassen kann. Das verbindet! 

Der ängstliche Hund

Ist Dein Hund von Natur aus eher ängstlich, weil er vielleicht schlechte Erfahrungen gemacht hat, solltest Du die Angstreize (wie laute Geräusche) durch positive ersetzen. Ziel dabei ist, dass er die Reize trotzdem wahrnimmt, zugleich aber spürt, dass es ihm gut geht. Überlege Dir dazu ein Wort und eine Belohnung, die Du in einer akuten Situation anwenden kannst. Mit dem Wort “Ruhig!” und einem Lob, extra Streicheleinheiten oder einem Leckerli konditionierst Du sein assoziatives Gedächtnis und bringst ihn zur Ruhe. Mit ein wenig Übung kann alleine das Wort für ihn zu einem positiven Gefühl der Ruhe und Entspannung werden [2]. 

Sich gegenseitig verstehen lernen

Wenn Du zum ersten Mal einen Hund hast, gibt es einiges zu lernen. Hunde zu verstehen ist nicht immer leicht. Darum wäre es gut, wenn Du Dich im Vorfeld über das Verhalten von Hunden im Allgemeinen und die speziellen Eigenschaften Deiner ausgesuchten Rasse informierst. Ist Dein Hund dominant oder ordnet er sich eher unter? Gibt es etwas in seiner Vorgeschichte, was ihn geprägt haben könnte? Braucht er besonders viele Aufgaben und Herausforderungen oder ist er eher ein gemütliches Schoßhündchen? Das und noch viel mehr musst Du über ihn wissen. Ideal wäre es, wenn Du mit ihm eine Hundeschule besuchst. Lass Dir dabei so viel wie möglich erklären, beispielsweise warum Du was wie machen sollst oder Dein Hund ein bestimmtes, vielleicht problematisches Verhalten zeigt. Lernt Euch gegenseitig kennen und verstehen. Wenn Dein Hund später ein sehr störendes oder sogar gefährliches Verhalten zeigt oder dauerhaft gestresst ist, kannst Du ihn ebenfalls von einem Hundetrainer oder auch von einem Tierarzt begutachten lassen. Er findet vermutlich die Ursache für sein Verhalten und kann Dir helfen, entgegenzusteuern. 

Mit dem Hund zum Tierarzt

Vermutlich gehst auch Du nicht gerne zu einem neuen Arzt. Langes Warten im Wartezimmer, andere nervöse Menschen, nicht wissen, was einem geschieht – das mag keiner. Deinem Hund geht es nicht anders, auch er muss sich erst an den Tierarzt gewöhnen und dabei die Sicherheit haben, dass ihm nichts Schlimmes passiert. Du kannst zuerst einen ersten Kennenlerntermin vereinbaren, bei dem Dein Hund nur gestreichelt und vielleicht mit einem Leckerlie belohnt wird. Beim Folgetermin sollte er dann lediglich sanft untersucht werden. Achte auch darauf, dass Ihr nicht zu viel Zeit im Wartezimmer verbringen müsst. Die Gerüche und Schwingungen anderer ängstlicher Tiere können Deinen Hund verunsichern. Warte lieber draußen mit Deinem Hund, wenn es einmal länger dauert.   

Mit dem Hund umziehen

Wenn Du umziehst, gestalte den Umzug möglichst entspannt und erst einmal ohne allzu viele Fremdkontakte. Zuallererst solltest Du ihm Sicherheit in seinem neuen Zuhause vermitteln, bevor er auf Nachbarn und fremde Leute trifft. Führe ihn durch die Zimmer, zeig ihm seinen Platz, seine Futterstation, verbringe etwas Zeit dort mit ihm. Vielleicht sträubt er sich noch vor dem ersten Gassigehen. Das ist normal. Lass ihm die Zeit, die neue Umgebung zu erschnüffeln und gehe zu Beginn immer dieselbe Route.     

Die Sauberkeitserziehung

Ähnlich einem Kleinkind muss auch ein Welpe erst lernen, “sauber bzw. stubenrein zu werden”. Das gelingt am besten, wenn Du Deinen Welpen gut beobachtest und richtig deutest, wenn er unruhig wird. Zu Anfang musst Du sicherlich öfter mit ihm raus und ihn ausgiebig loben, wenn er sein Geschäft draußen gemacht hat. Aber selbst wenn er einmal in die Wohnung gemacht haben sollte, beschimpfe ihn besser nicht, er meint es nicht böse. Jeder Hund hat einfach sein eigenes Tempo.

Sozialkontakte

Junge Hunde müssen langsam den Kontakt zu anderen Hunden erlernen. Dabei ist ganz wichtig, dass Du die Körpersprache Deines Hundes verstehst und er positive Erfahrungen machen kann. Im Freien frage immer Dein Gegenüber, ob die Hunde miteinander spielen dürfen, bevor Ihr Eure Hunde von der Leine löst. Das Spielen sieht mitunter sehr wild aus, versuche dabei aufmerksam, aber auch gelassen zu bleiben. Du kannst erste Begegnungen auch kontrolliert managen, indem Du Deinen Hund zuerst an möglichst gleichaltrige Hunde von vergleichbarer Größe auf einem begrenzten Grundstück und ohne Leine gewöhnst. Auch hier bietet eine Hundeschule gute Dienste. 

Der Hund im Auto

Bei Autofahrten sollten Hunde sicher, also an Geschirr oder in einer Transportbox, untergebracht werden. Auch daran müssen sie sich erst gewöhnen. Das gelingt am besten, wenn Du möglichst stressfrei erst einmal ein wenig Zeit mit ihm an der Hundebox/dem Geschirr verbringst.  Erst danach fährst Du einige Meter, bevor Du ihn dann wieder freilässt und lobst. Später kannst Du dann ein etwas enfernteres Ziel ansteuern, das für Deinen Hund Freude bedeutet, wie beispielsweise ein Spaziergang am See.    

Gewöhnen an die Leine

Auch das Gewöhnen an eine Leine ist nicht immer leicht. Manche Hundehalter lassen ihre Hunde ziehen und fliegen quasi hinterher. Das ist weder für den Hund, noch für den Halter gut. Welpen können noch nicht an der Leine gehen, sie benötigen noch ein Geschirr, aus dem sie sich nicht herauswinden können und dass ihnen nicht die Kehle abschnürt. Am Anfang lockst Du den Hund an der Leine zu Dir, indem Du rückwärtsläufst. Dann drehst Du Dich um und gehst mit ihm ein Stück Seite an Seite. Immer wenn er zieht, bleibst Du stehen, bis die Leine nicht mehr auf Spannung ist. So lernt der Hund, sich an Deinem Tempo zu orientieren. Das Ganze kann einige Wochen dauern, hab Geduld.    

CBD und Erziehung mit Leckerlies

Einige arbeiten bei der Erziehung ihres Hundes mit herkömmlichen Leckerlis als Belohnung. Sie machen sich dabei zunutze, dass beim Hund u.a. beim Knabbern und Kauen Glückshormone ausgeschüttet werden, die das Verhalten des Hundes verstärken. Notwendig sind solche Leckerlies als Verstärker nicht unbedingt und auch nicht immer gesund für Deinen Hund. Hunde spüren und freuen sich auch, wenn Du ihn mit Worten und Streicheleinheiten in seinem Verhalten bestärkst. Deine Körpersprache kann viel mehr ausdrücken, als verbale Befehle. Nutze Deinen Hund als Spiegel und Lernmöglichkeit für Dein Auftreten. Du wirst sehen, das macht sehr viel Spaß [3].     

Möglich ist aber auch, CBD als positiven Verstärker in der Hundeerziehung zu nutzen. In Verbindung mit einer Aufgabe kann es viele positive Effekte verursachen, wie: 

  • Ängste zu lösen
  • Stress zu reduzieren und zu beruhigen
  • ein Belohnungs- bzw. Glücksgefühl auslösen. 

Das geschieht über die Aktivierung des ECS und die damit verbundene erhöhte Ausschüttung von Neurotransmittern, wie Serotonin (“Glücks”hormon), Dopamin (“Belohnungs”hormon) und Noradrenalin (“Motivations”hormon). Das Dopamin vermittelt dabei das Gefühl von Zufriedenheit, Erfüllung, Motivation und auch Glück. Trainierst Du also Deinen Hund und gibst ihm dabei CBD, kannst Du damit eine Verhaltensverstärkung bzw. -änderung auslösen. Selbst ängstliche oder nervöse Hunde können bei der Konditionierung mit CBD lernen, ursprünglich bedrohliche Signalreize positiver zu bewerten und sich seelisch und körperlich wieder wohler zu fühlen [4; 5].

Quellen: 

[1] Stress bei Hunden – Tipps zu Linderung und mehr Wohlbefinden, Hund Info, abgerufen am 08.07.2021 von https://hund.info/gesundheit/stress-bei-hunden-tipps-zu-linderung-und-mehr-wohlbefinden.html

[2] Gegenkonditionierung in der Hundeerziehung, Magazin Mydog365, abgerufen am 08.07.2021 von https://magazin.mydog365.de/erziehung/methoden/gegenkonditionierung-in-der-hundeerziehung/

[3] Stress und Unsicherheit bei Hunden abbauen, Februar 2021 in CBD vital, abgerufen am 08.07.2021 von https://www.cbd-vital.de/magazin/tiere/stress-und-unsicherheit-bei-hunden-abbauen 

[4] Hund beruhigen – 10 Beruhigungstipps bei der Hundebetreuung, 20.09.2019 in Tibeo!, abgerufen am 08.07.2021 von https://tiersitter.tibeo.de/hund-beruhigen/

[5] Mangieri, Regina A., Animal research highlights a therapeutic potential of cannabinoids for the treatment of depression, 2008 in Cannabinoids;3(2):4-7, abgerufen am 08.07.2021 von https://www.cannabis-med.org/data/pdf/en_2008_02_1.pdf

Dr. Martina Schafmayer

Dr. Martina Schafmayer, geb. Wedekind ist anerkannte Tierärztin und Hundezüchterin und -führerin. Martina hat in Hannover studiert und promoviert. Sie hat sich nur kurz der Forschung gewidmet, bevor sie ihr Interesse für die Praxis entdeckte. Martina kommt aus einem Jäger- und Hundehaushalt und ist mit Hunden groß geworden. Ihre Leidenschaft gehört den Tieren und ihr unermüdlicher Einsatz für unsere vierbeinigen Freunde beschäftigt sie oft bis spät in die Nacht. Zusammen mit ihrem Mann Cornelius Schafmayer, dem Inhaber der Jagdwelt Garlstorf und W.O. Dittmann , hat sie drei Kinder und wohnt in der schönen Lüneburger Heide mit ihren Hunden. Ihr Deutsch-Kurzhaar Deckrüde Jimbo vom Weserland ist ein hochdekorierter Rüde mit makelloser Prüfungslaufbahn. V1 Rüde auf der Dr. Kleemann Zuchtausleseprüfung.
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