Entschleunigung – mit diesen 5 Tipps gelingt es dir

Überall liest man „Entschleunigung- das Wundermittel für mehr Ruhe und Gelassenheit oder wie Sie sich durch Entschleunigung zukünftig nicht mehr aus der Ruhe bringen lassen“. 

Doch was genau bedeutet Entschleunigung eigentlich? 

Entschleunigung bedeutet, sich auch in hektischen Situationen nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und auf externe Faktoren, also den Druck von außen nicht zusätzlich noch mit inneren Stress zu reagieren. 

Verschiedenen Untersuchungen weisen auf, dass sich acht von insgesamt zehn deutschen momentan große Sorgen machen und aufgrund dessen unter starker Anspannung leiden. [1]

Ob wir überhaupt gestresst sind- und wenn ja wie sehr wir gestresst sind oder wie gelassen wir die Herausforderungen unseres Lebens betrachten und demnach auch angehen ist einzig und allein von unserem Mindset (dh. unsere Einstellung, die Art und Weise, wie wir denken) abhängig

Und genau deshalb ist Entschleunigung für jeden von uns zugänglich, weil wir sie gezielt trainieren können. 

1. Die Frage nach der Entschleunigung 

Wenn ängstliche oder gestresste Patienten ihrem Psychologen von ihren Sorgen erzählen bekommen diese von ihm zunächst einmal lediglich eine einzige Frage gestellt: „Was ist das Worst Case Szenario, welches eintreten KÖNNTE“?

Die Intention hinter dieser Frage besteht darin, dass der Patient 1. Erkennen soll, dass sein angeblich so schreckliches „Horrorszenario“ eigentlich überhaupt nicht so schlimm ist, wie er es zu glauben scheint und 2. Weisen diese Worst Case Szenaren bei näherer Betrachtung eine so große Unwahrscheinlichkeit auf, dass der Patient – sofern er die Situation etwas realistischer betrachtet hat- sich selbst eingestehen muss, dass seine Angst stark unbegründet ist. 

Demnach handelt es sich bei Stress oftmals um eine reine Bewertungssache, da er bei uns im Kopf entsteht. Jeder von uns kennt diesen einen Freund, oder Bekannten der immer „Drama“ macht. Das interessante dabei ist, dass der Betroffene seine Reaktion bezüglich der Situation, welche ihn stresst nicht als übertrieben, sondern genau angemessen hält. Du hingegen empfindest sein Verhalten als äußerst dramatisch, weil du an das Problem, was ihn so stresst generell viel gelassener herangehst. Trotzdem habt ihr beide in diesem Fall recht. Dein Freund, der die Situation als höchst stressig bewertet und du, der die Situation als eher weniger dramatisch empfindet. 

Deswegen ist es in besonders stressigen Situationen äußerst hilfreich sich diese eine Frage zu stellen: „Was ist das Worst Case Szenario was eintreten kann“? und diese im Anschluss daran zu beantworten. Dadurch wirst du in deinen kommenden Stress Momenten schnell die Angst verlieren, der Stress wird abgebaut und die Entschleunigung tritt ein. [1]

2. Entwickle dein eigenes Entschleunigungs – Ritual 

Heutzutage werden wir kaum noch angerufen, geschweige denn erhalten wir noch Post – im Sinne von Briefen. Alles wird überwiegend über den E- Mail Verkehr, oder einem Messenger-Dienst geregelt, sodass diese jeden Tag aufs Neue überquellen.  

Viele von uns lassen sich aufgrund dessen durch die angeblich „so dringenden“ Anliegen sehr leicht unter Druck setzten und somit stressen. 

Um diesem Teufelskreis endgültig zu entkommen kann es hilfreich sein, wenn du in Zukunft konsequent Termine mit dir selbst vereinbarst.[1]

Damit du diese Termine auch wirklich einhälst, empfiehlt es sich hierbei, wenn du dir diese in deinen Kalender einträgst, sodass du zu diesen Zeiten weißt, dass du dich ganz bewusst zurückziehen kannst und für dich einmal notierst, was von all diesen „ach so wirklich dringenden Anliegen“ Priorität hat und welches eher weniger wichtig ist und somit nach hinten verschoben werden kann. Wenn du erst einmal herausgefunden hast, was wirklich wichtig ist, ist dein Kopf nicht mehr aufgrund der vielen unwichtigen Dinge überfüllt, sodass du dich wieder auf das Wesentliche konzentrieren kannst.

3. Entschleunigungs-Musik

Wenn du einen anstrengenden Tag hinter dir hast, solltest du dir im Anschluss an diesen ganz bewusst mindestens 30 min für dich Zeit nehmen. 

Höre deine Lieblingsmusik die dich entspannt, setze dich aufrecht auf den Boden, oder einen bequemen Sessel und richte deine gesamte Aufmerksamkeit auf deinen Atem. 

Während du das tust solltest du versuchen möglichst ruhig und gleichmäßig tief ein- und auszuatmen und in alle möglichen Stellen deines Körpers hineinzuhorchen. [1]

Durch diese kleine Auszeit wirst du all deine Sorgen automatisch vergessen, sodass dein Geist auf Entschleunigung und weg vom Stress umschaltet. 

4. Entschleunigungs- „Codewörter“ 

In der deutschen Sprache wird sehr gerne und somit sehr häufig das Wort „müssen“ verwendet. Ich MUSS meine Aufgaben jetzt erledigen, ich MUSS Sport machen, ich MUSS kochen etc…. 

In der Psychologie wird das unter anderem auch als „Mussstobation“ bezeichnet. [1]

Das bedeutet, dass wir uns alleine schon durch unsere Wortwahl unter Druck setzten. Wenn wir etwas „MÜSSEN“ sind wir nicht frei in der Entscheidung es zu tun. Wir tun es, weil es uns eben „auferlegt ist“. Wenn du das Wort „müssen“ anstelle dessen jedoch durch das Wort „können oder wollen“ ersetzt wirst du merken, dass du dir alleine durch diese kleine Änderung enorm viel Druck rausnimmst. Probiere es doch einfach mal aus: Ich „KANN/ ich WILL“ meine Aufgaben jetzt erledigen, ich KANN/ ich WILL Sport machen und ich KANN/ ich WILL kochen… 

Bemerkst du den Unterschied? Auf einmal stehst du vor der Wahl, das bedeutet vor DEINER freien Entscheidung die Dinge zu tun, oder sie zu lassen. 

Je nachdem wie du etwas formulierst stellt sich dein Körper darauf ein. Bei dem Wort „müssen“ entsteht im Kopf der Gedanke eines Zwangs, womit unser Körper mit einer entsprechenden Abwehr- fast schon Schutzhaltung reagiert. „Wollen und Können“ hingegen nimmt er dankend an, weil er weiß, dass du diese Entscheidung bewusst und somit freiwillig getroffen hast. 

5. Last but not Least 

Auf unsere Reise der Entschleunigung sollten wir im letzten Schritt eines auf jeden Fall hinter uns lassen- der ständige Vergleich unserer Selbst mit einem anderen Menschen

Forscher fanden heraus, dass das Stresszentrum bei den Menschen, die sich ständig mit anderen Menschen vergleichen rund um die Uhr in Alarmbereitschaft ist. Demnach neigen diese dazu, die Stärken ihrer Mitmenschen mit ihren eigenen Schwächen zu vergleichen, sodass ein großer Neid entsteht. [1] Die Folge dessen ist oftmals, dass diese Menschen anders sein wollen und sich somit in einem alltäglichen Kampf mit sich selbst befinden. Das ist zum einen das Gegenteil von Entschleunigung und zum anderen einer der Hauptursachen für Unzufriedenheit. Und genau das gilt es in Zukunft für ein friedvolleres und stressfreies Leben hinter sich zu lassen.

Quellen 

[1] https://www.happinez.de/blog/6-wege-zur-entschleunigung/

Isabel Valentin

Stress und Leistungsdruck sind der oftmals überambitionierten und jungen Berlinerin Isabel Valentin kein Fremdwort. In dem dynamischen Hauptstadtleben hat sie schnell realisiert, wie wichtig eine ausgeglichene Balance zwischen Alltagsstress und Selbstfürsorge ist, weshalb sie sich im Laufe der Zeit zu einer wahren Calm Down Expertin entwickelt hat.

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