CBD gegen Krämpfe beim Hund

Verspannungen, Zerrungen oder Krämpfe können für Hunde, genauso wie für Menschen, sehr schmerzhaft sein. Etwa 5% der Anfälle beim Hund sind sogar epileptische Krämpfe. Der Tierarzt verordnet dagegen die oft starke Medikamente mit vielen Nebenwirkungen. Manche unter ihnen können auch abhängig machen. Als natürliche Alternative gegen Krämpfe hat sich CBD aus der Hanfpflanze erwiesen. Es ist in der Lage, Krampfanfälle deutlich zu reduzieren. 

Krämpfe beim Hund: Ursachen

Muskelschmerzen und -krämpfe können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Sie treten vermehrt auf bei:

  • Anstrengungen
  • Fehlhaltungen
  • Überbelastungen
  • Verspannungen, Verhärtungen oder Verklebungen in der Muskulatur, aber auch als:
  • Symptom einer Erkrankung, wie Epilepsie
  • als Nebenwirkung von Medikamenten
  • als Folge einer psychischen Erkrankung, 
  • einer Verletzung oder
  • von Mineralstoffmangel [1]. 

So äußern sich die Krämpfe

Meist treten sie plötzlich auf, entweder an einer Stelle oder über den ganzen Körper verteilt. Dauern sie länger an, können sie zu Durchblutungsstörung führen und mitunter auch Kribbeln oder Taubheitsgefühle, z.B. in den Extremitäten, verursachen. Zustande kommen sie dadurch, dass die Nerven im Gehirn besonders stark erregt werden und ungericht elektrische Ladungen abfeuern. 

Epileptische Krämpfe

Bei Epilepsie gibt es zwei unterschiedliche Formen. Die: Primäre Epilepsie, als Erbkrankheit bei

  • Beagle
  • Cockerspaniel
  • Collie
  • deutschem Schäferhund
  • Golden Retriever
  • Labrador
  • Pudel
  • Vizla.

Sekundäre Epilepsie als Folgeerkrankung von: 

  • Gehirnentzündung
  • Infektion
  • Leber- oder Nierenerkrankungen
  • Unfall
  • Vergiftungen [2].

Woher weiß ich, ob mein Hund unter epileptischen Krämpfen leidet?

Im Gegensatz zu einfachen Muskelkrämpfen treten epileptische Anfälle immer wieder auf. 

Bei so einem typischen epileptischen Anfall liegt der Hund mit zuckenden oder rudernden Beinen auf der Seite, hat Schaum vor dem Maul und reagiert nicht mehr auf Ansprache. Dazu können kommen: 

  • Abgabe von Kot oder Urin
  • abnormale Bewegungen
  • Schluckkrämpfe
  • zielloses Bellen.

Die klassische Behandlung von Krämpfen

Leidet Dein Hund unter Epilepsie, ist es ganz wichtig, frühzeitig mit einer Behandlung zu starten, um bleibende Schäden zu vermeiden. 

Die Epilepsie ist nicht heilbar. Es gibt aber eine Reihe von starken Medikamenten gegen die Symptome. Die bekanntesten Wirkstoffe sind: 

  • Imeption, das jedoch sehr müde/apathisch macht und das Hungergefühl erhöht,
  • Diazepam, das sehr müde machen, die Muskelfunktion beeinträchtigen, die Speichelproduktion erhöhen kann und stark abhängig macht
  • Phenobarbital, das müde/apathisch und schlaff macht und nicht für Hunde unter 5 kg geeignet ist. 

Dazu kann es drei bis sechs Monate dauern, bis der Hund richtig eingestellt ist. 

Wie kann CBD helfen?

CBD setzt genau da an, wo Krämpfe und Schmerzen entstehen: Im Gehirn. Dabei wirkt es über die Rezeptoren des sogenannten Endocannabinoid-Systems ECS auf das periphere und zentrale Nervensystem ein [S1]. Studien lassen vermuten, dass diese Rezeptoren an der Schmerzentstehung beteiligt sind. CBD könnte möglicherweise die Schmerzweiterleitung unterbrechen.  

Speziell bei Krämpfen soll CBD gleich mehrfach helfen, indem es:

  • die Muskulatur entspannt/entkrampft 
  • Entzündungen hemmt und
  • Schmerzen lindert.

Gleichzeitig soll es auch das Stressgefühl und die Angst des Hundes lindern und ihn mental und seelisch beruhigen [3]. 

Damit würde es ganzheitlich auf den Körper, Geist und die Seele des Hundes einwirken. Bei Epilepsie kann es entweder begleitend eingesetzt werden oder aber bei Hunden, die auf die klassischen Medikamente nicht ansprechen (20 % bis 40 % der Hunde). 

Kann ich meinem Hund mit CBD auch schaden?

Wenn Du Deinen Hund mit CBD behandeln möchtest, solltest Du einige Dinge beachten, um ihm nicht zu schaden. Zunächst sollte das CBD-Produkt Deiner Wahl aus europäischer Herstellung stammen. Denn nur hier werden gezüchtete Hanfsorten verwendet, die einen nur sehr geringen THC-Anteil haben. THC kann der Organismus des Hundes nicht abbauen, es ist giftig für ihn. 

Achte auf Hersteller, die transparent über ihren Produktionsprozess und ihre Produkte informieren. CBD aus unsicherer Quelle, ohne Hinweise auf die Herstellung oder Bezugsquellen, solltest Du meiden. 

Hilfreich ist auch, wenn Du darauf achtest, dass Du ihm ein Vollspektrum-Öl gibst. Nur diese Öle beinhalten das gesamte stoffliche Spektrum der Hanfpflanze. Es ist bekannt, dass sich die Stoffe der Pflanze gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken (Entourage-Effekt), so dass das Gesamtprodukt eine höhere Wirkung hat als die Summe der einzelnen Stoffe. 

Mit manchen Medikamenten können Wechselwirkungen auftreten. CBD kann beispielsweise die Wirkung anderer Arzneimittel verstärken oder vermindern. Deshalb solltest Du auf jeden Fall vor der CBD-Anwendung mit Deinem Tierarzt sprechen.

Wenn Du auf all das achtest, kann Dein Hund nur von CBD profitieren. Denn es punktet ganz allgemein damit, dass es: 

  • rein natürlich ist
  • wenige bis gar keine Nebenwirkungen hat
  • nicht abhängig macht
  • im Gegensatz zu THC nicht psychoaktiv wirkt und sogar der psychoaktiven Wirkung des THCs entgegenwirkt
  • sich individuell dosieren lässt und,
  • mit einigen Ausnahmen, auch zusätzlich zu anderen Medikamenten gegeben werden kann. 

Mögliche Nebenwirkungen

Dennoch kann es zu Nebenwirkungen kommen. Das kann z.B. der Fall sein, wenn Du das CBD zu hoch dosierst. Manche Hunde reagieren darauf mit: 

  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Blutdruckabsenkung
  • Müdigkeit und/oder
  • trockener Mundschleimhaut [3]. 

Sobald die Dosierung wieder reduziert wird, verschwinden die Nebenwirkungen auch wieder.

Studien zu CBD bei Krämpfen

Eine Studie an Ratten hat gezeigt, dass CBD über Rezeptoren in den Muskeln zu Verminderung von Muskelschmerzen beiträgt [S2]

Auch bei Menschen mit Multiple Sklerose (MS) oder Krebs kann es Muskelkrämpfe und Zittern lindern und Angstzustände verringern [S3]. 

Eine Studie an 16 Hunden mit Epilepsie am Tiermedizinischen Lehrkrankenhaus der Colorado State University hat die Wirkung von CBD-Öl auf die Anfallshäufigkeit der Hunde untersuchen. Dabei hatten 89 % der Hunde unter dem Cannabinoid signifikant weniger Anfälle als die Kontrollgruppe [4; S4].

Erfahrungsberichte

Nichts überzeugt so sehr, wie ein Erfahrungsbericht von Personen, die in derselben Lage sind, wie man selbst. Wer daran interessiert ist, findet im Internet zahlreiche Foren zum Austausch. Unter https://www.facebook.com/groups/1875755872714021 bieten auch wir eine Selbsthilfegruppe zum regen Austausch an. 

Quellen: 

[1] Mag Schöggl, Matthias, Epilepsie bei Tieren, 19.06.2017 in Vetrivital, abgerufen am 21.09.2020 von https://www.vetrivital.de/magazin/vierbeinermagazin/epilepsie-hunde-katzen

[2] CBD Öl für Hunde – Empfehlenswert oder schädlich?, Haustier, abgerufen am 22.09.2020 von https://www.haustier.net/cbd-oel-fuer-hunde/

[3] CBD bei Muskelschmerzen — Mit Hanf gegen Krämpfe?, Krankenkassenzentrale, abgerufen am 27.09.2020 von https://www.krankenkassenzentrale.de/wiki/cbd-muskelschmerzen#

[4] Cannabidiol oder CBD gegen Epilepsie bei Hunden, Gras. de, abgerufen am 26.09.2020 von https://gras.de/cannabidiol-oder-cbd-gegen-epilepsie-bei-hunden/

Relevante Studien:

[S1] Maldonado, Rafael et. al., The endocannabinoid system and neuropathic pain, Februar 2016 in Pain;157 Suppl 1:S23-32, abgerufen am 26.09.2020 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26785153/

[S2] Robles, E. Ma Sánchez et. al., Cannabinoids and muscular pain. Effectiveness of the local administration in rat, 21.02.2012 in European Journal of pain, Volume16, Issue8, Pages 1116-1127, abgerufen am 26.09.2020 von https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/j.1532-2149.2012.00115.x

[S3] Vaney, C. et. al., Efficacy, safety and tolerability of an orally administered cannabis extract in the treatment of spasticity in patients with multiple sclerosis: a randomized, double-blind, placebo-controlled, crossover study, August 2004 in Mult Scler;10(4):417-24, abgerufen am 26.09.2020 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15327040/

[S4] Guyden, Mary, Results from CBD clinical trial to assess efficacy on seizure frequency in dogs ‘encouraging’, 21.05.2019 in Colorado State University, abgerufen am 26.09.2020 von https://cvmbs.source.colostate.edu/results-from-cbd-clinical-trial-to-assess-efficacy-on-seizure-frequency-in-dogs-encouraging/

Dr. Martina Schafmayer

Dr. Martina Schafmayer, geb. Wedekind ist anerkannte Tierärztin und Hundezüchterin und -führerin. Martina hat in Hannover studiert und promoviert. Sie hat sich nur kurz der Forschung gewidmet, bevor sie ihr Interesse für die Praxis entdeckte. Martina kommt aus einem Jäger- und Hundehaushalt und ist mit Hunden groß geworden. Ihre Leidenschaft gehört den Tieren und ihr unermüdlicher Einsatz für unsere vierbeinigen Freunde beschäftigt sie oft bis spät in die Nacht. Zusammen mit ihrem Mann Cornelius Schafmayer, dem Inhaber der Jagdwelt Garlstorf und W.O. Dittmann , hat sie drei Kinder und wohnt in der schönen Lüneburger Heide mit ihren Hunden. Ihr Deutsch-Kurzhaar Deckrüde Jimbo vom Weserland ist ein hochdekorierter Rüde mit makelloser Prüfungslaufbahn. V1 Rüde auf der Dr. Kleemann Zuchtausleseprüfung.

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