CBD bei Posttraumatischen Belastungsstörungen

Etwa 10% aller Menschen leiden an Posttraumatischen Belastungsstörungen. Was in anderen Ländern (wie den USA und im Nahen Osten) aber bereits gang und gäbe ist, nämlich dass Cannabis gegen PTBS verordnet werden kann, ist bei uns noch weitestgehend tabuisiert. Doch eine Posttraumatische Belastungsstörung äußert sich mitunter in einer lebenslangen Beeinträchtigung der Lebensqualität. Sie kann seelische, aber auch körperliche oder psychosomatische Beschwerden hervorrufen, wie Schmerzen oder Schlafstörungen. Wir wollten wissen, ob CBD alleine einen positiven Einfluss bei traumatischen Erkrankungen haben kann.  

Was ist PTBS?

Wenn wir Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) hören, dann denken wir meist an Kriegsveteranen und dass wir demnach eine solche Erkrankung nicht haben können. Doch diese psychische Erkrankung kann tatsächlich jeden von uns treffen, selbst wenn das auslösende Ereignis für Außenstehende noch so banal erscheinen mag. Ein körperliches oder seelisches Erlebnis, das uns bis ins Mark erschüttert und vielleicht handlungsunfähig gemacht hat, wird dabei immer wieder durchlebt. Auslöser kann beispielsweise ein Verkehrsunfall, eine Naturkatastrophe, ein Verlust, eine Krankheit, eine Kündigung, ein Hundebiss, ein Erlebnis aus der Kindheit, eine scheinbar noch so kleine Verletzung der Seele oder des Körpers sein. Schlüsselreize lösen dann über das assoziative Gedächtnis eine erneute Krise aus. Weil sich das Trauma oft im Unterbewusstsein verankert, kann es schwer sein herauszufinden, was genau die Ursache einer PTBS ist. Unbehandelt kann sie jedoch lebenslang präsent bleiben. 

Wie äußert sich eine PTBS?

Bei einer PTBS lösen Reize (wie Geräusche, Bilder, Gerüche) eine automatische Erinnerung an ein traumatisches Ereignis aus (Assoziation). Die Folgen können sein: 

  • sogenannte Flashbacks
  • Schlafstörungen
  • Panikattacken
  • Stimmungsschwankungen, Depressionen
  • Albträume
  • Reizbarkeit bis hin zu Aggressionen
  • selbstverletzendes Verhalten
  • Konzentrationsprobleme
  • anhaltende Erschöpfung
  • körperliche Symptome, wie chronische Schmerzen, Bluthochdruck, Darmprobleme, Kopfschmerzen oder Immunschwäche [1; 3].

Auch wenn das Ereignis ist der Jugend lag, können die PTBS-Symptome erst später im Leben auftreten, dann Monate bis viele Jahre andauern und sich chronifizieren.

Wie kann CBD bei PTBS helfen?

CBD kann die PTBS selbst nicht heilen. Dazu bedarf es vielmehr in erster Linie regelmäßiger Therapien bei einem Therapeuten/einer Therapeutin. 

Erinnerungen und Ängste entstehen in unserem Gehirn, genauer gesagt im sogenannten Mandelkern, der Amygdala. Bei PTBS schüttet die Amygdala als Antwort auf einen Reiz über das normale Maß hinaus das Stresshormon Adrenalin aus. Das Nervensystem hat also seine natürliche Regulationsfähigkeit verloren, es ist ständig in Alarmbereitschaft, was zu den genannten Belastungssymptomen führt. Nach wissenschaftlicher Meinung geht die fehlende Regulationsfähigkeit auf eine beeinträchtigte Funktion des Endocannabinoidsystems (ECS) zurück, ausgelöst durch ein Trauma oder besonderen Stress. Das ECS ist u.a. für die Regulation von Emotionen, Gedächtnis und Lernprozessen zuständig. Es wird aktiviert über die Bindung von Cannabinoiden an seine Rezeptoren. Ist deren Konzentration allerdings zu niedrig, können beispielsweise Gefühle von Stress und Angst ausgeprägter auftreten bzw. empfunden werden. 

Dagegen haben Studien gezeigt, dass hohe Konzentrationen an Cannabinoiden belastende Erinnerungen auslöschen bzw. dafür sorgen können, dass sich solche Erinnerungen gar nicht erst im Gedächtnis einprägen [S3; S6]. Dazu wirkt CBD insbesondere auf Botenstoffe, Hormone und Rezeptoren ein und kann: 

  • beruhigend
  • angstlösend
  • antidepressiv
  • entstressend
  • schlaffördernd wirken [S1; S2]. 

Albträume und Zwangsstörungen können weniger häufig auftreten bis ganz aufhören, die Gefühle, die das Angstgedächtnis fördern, reduziert werden [S1; S4; S5]. Durch diesen Effekt fallen die Angstphasen milder aus, so dass die Angst vor der Angst/Panik mit der Zeit geringer wird [1; 2]. Aus diesem Grunde wird CBD von Experten ausdrücklich zur Behandlung von PTBS empfohlen [3]. 

Ist CBD besser als eine klassische Behandlung?

Jeder Mensch reagiert individuell auf CBD und auch die PTBS ist bei jedem unterschiedlich ausgeprägt. Daher sind allgemeine Vorhersagen über den Effekt des Cannabinoids nicht möglich. Auf keinen Fall solltest Du jetzt aber alle Medikamente absetzen und Dich ausschließlich auf die Wirkung des CBDs verlassen. Einige PTBS-Patienten bekommen starke Antidepressiva bis hin zu Opioiden, deren spontanes Absetzen zu heftigen Entzugserscheinungen führen kann. Sprich am besten mit Deinem behandelnden Arzt über die Option CBD. Es kann Dir dabei helfen, die Dosierung Deines herkömmlichen Mittels langsam herunterzufahren und dabei Entzugserscheinungen zu reduzieren. Im besten Fall hast Du mit CBD ein Mittel an der Hand, das Dir nebenwirkungsfrei eine bessere Lebensqualität bescheren kann. Denke auch daran, gut für Dich zu sorgen. Auch nicht-medikamentöse Ansätze können helfen, Traumata zu überwinden. Dazu gehören u.a.: 

  • Entspannungsmethoden, wie Yoga
  • ausreichend Schlaf- und Ruhephasen
  • vertrauensvolle soziale Kontakte
  • die Teilnahme an Selbsthilfegruppen
  • eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung.

Quellen: 

[1] Prof. Dr. med. Müller-Vahl, Kirsten und Dr. med. Grotenhermen, Franjo, Therapie mit Cannabis, 2013 in Ärzteblatt, abgerufen am 25.06.2021 von https://www.aerzteblatt.de/archiv/134918/Therapie-mit-Cannabis

[2] Posttraumatische Belastungsstörungen, 02.08.2017 in CBD Ratgeber, abgerufen am 24.06.2021 von https://cbdratgeber.de/therapie/posttraumatische-belastungsstoerung-ptbs/

[3] Allen, Jodie, CBD und posttraumatische Belastungsstörung: Aktuelle Forschung & Erkenntnisse, in Daily CBD, abgerufen am 25.06.2021 von https://dailycbd.com/de/beschwerden/ptbs/

Relevante Studien: 

[S1] Fraser, George A., The Use of a Synthetic Cannabinoid in the Management of Treatment-Resistant Nightmares in Posttraumatic Stress Disorder (PTSD), 13 February 2009 in CNS Neuroscience and Therapeutics, Volume15, Issue1, Pages 84-88, abgerufen am 25.06.2021 von https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/j.1755-5949.2008.00071.x

[S2] Passie, Torsten et.al., Mitigation of post-traumatic stress symptoms by Cannabis resin: A review of the clinical and neurobiological evidence, 26.06.2012 in Drug testing and analysis, Volume4, Issue7-8, Special Issue: Psychedelic Substances, Pages 649-659, abgerufen am 25.06.2021 von https://analyticalsciencejournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/dta.1377

[S3] Marsicano, Giovanni et. al., The endogenous cannabinoid system controls extinction of aversive memories, 01.08.2002 in nature, 418, pages 530–534 , abgerufen am 25.06.2021 von https://www.nature.com/articles/nature00839

[S4] Jetly, Rakesh et. al., The efficacy of nabilone, a synthetic cannabinoid, in the treatment of PTSD-associated nightmares: A preliminary randomized, double-blind, placebo-controlled cross-over design study, Januar 2015 in Psychoneuroendocrinology, Volume 51, Pages 585-588, abgerufen am 25.06.2021 von https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0306453014004132

[S5] Blessing, Esther M. et. al., Cannabidiol as a Potential Treatment for Anxiety Disorders, 04.09.2015 in Neurotherapeutics, volume 12, 825–836, abgerufen am 25.06.2021 von https://link.springer.com/article/10.1007/s13311-015-0387-1

[S6] Bitencourt, Rafael M. und Takahashi, Reinaldo N., Cannabidiol as a Therapeutic Alternative for Post-traumatic Stress Disorder: From Bench Research to Confirmation in Human Trials, 24.07.2018 in Frontiers in Neuroscience, 12: 502, abgerufen am 25.06.2021 von https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6066583/

CBD Zeitgeist Team

Wir sind das CBD Zeitgeist Team - Wir sind CBD Enthusiasten, die regelmäßig die USA besuchen und vom CBD-Hype angesteckt wurden. Wir möchten Licht in das aktuelle Dunkel bringen und Deutschland wertvolles Wissen rund um das Cannabidiol bieten. Wir bieten Dir alle Informationen aus verschiedensten Bereichen, die du für dich und deine Umwelt benötigst und beweisen dir, was du alles mit CBD anstellen kannst.

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