CBD und Wein – Ausbremser oder Verstärker?

Ein Glas Rot- oder Weißwein läutet den Feierabend ein, schafft Gemütlichkeit, macht ein Essen zu einem edlen Event und kann an einem lauen Sommerabend entspannen und erfrischen. Gerade in den südlichen Ländern gehört Wein einfach zur Lebensqualität dazu. Nun findet man aber auch immer öfter Produkte, bei denen zum Alkohol noch CBD gemischt wurde: CBD Cocktails und CBD Biere sind der neue Feierabendbegleiter in den USA. Dagegen wurde 2019 ein Produkt aus Wein und CBD in Österreich vom Markt genommen, da es gegen die Novel Food Regularien verstöße. Wir wollen wissen: Was hat es damit auf sich? Welcher Effekt ist bei der Kombination aus Wein und CBD zu erwarten?

Der entscheidende Unterschied zwischen CBD und Alkohol

Von Alkohol ist es bekannt: Er hat ab einer gewissen Menge einen berauschenden Effekt, benebelt die Sinne, enthemmt und kann schließlich zu einem kompletten Kontrollverlust führen. Obwohl Wein als ein Naturprodukt zählt, ist er nicht nur gesund. Der Alkohol darin kann auf Dauer abhängig machen, die Organe (wie die Leber und Nieren) schädigen und auch zum Tode führen. 

CBD dagegen, ebenfalls ein reines Naturprodukt, hat diese Eigenschaften nicht: Es macht weder (physisch oder psychisch) abhängig, noch hat es einen berauschenden (psychoaktiven) Effekt. Selbst in hohen Mengen wirkt es nicht schädigend auf den Organismus. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass es keine gravierenden Nebenwirkungen aufweist und ohne Einschränkungen konsumiert werden darf. 

Alkohol und die Cannabinoide

Cannabis enthält u.a. zwei Cannabinoide, das CBD und das THC. Die beiden unterscheiden sich in Ort und Art der Wirkung, aber auch darin, dass THC psychoaktiv wirkt und CBD eben nicht. Entsprechend muss man auch die Kombination “Alkohol und Cannabinoide” danach differenziert werden, um welches Cannabinoid es sich dabei genau handelt.  

Alkohol und THC: Lieber nicht!

Psychoaktives THC geht in Kombination mit Alkohol eine ungünstige Wechselwirkung ein. Beide Stoffe können sich gegenseitig in ihrer (berauschende) Wirkung verstärken und abhängig machen. Da hierzulande der Konsum von THC sowieso illegal ist, beschäftigen wir uns an dieser Stelle nur mit der Wirkung von Alkohol und CBD.  

Alkohol und CBD: Warum nicht?

Schaut man genauer hin, dann scheiden sich an der Wirkung und Sicherheit der Alkohol-/CBD-Kombination die wissenschaftliche Geister. So gibt es unter den wenigen Studien sowohl solche, die pro, als auch solche, die kontra dieser speziellen Verbindung sind. Manche Wissenschaftler sind der Meinung, dass die Kombination aus Alkohol und CBD keinerlei Auswirkungen habe. So waren in einer Studie von 1979 die Probanden unter Alkohol, ebenso wie die unter Alkohol + CBD gleichermaßen in den motorischen und psychomotorischen Leistungen beeinträchtigt [S1]. Das CBD hat hier also keinerlei mindernden Effekt auf die negativen Auswirkungen von Alkoholkonsum zeigen können. Dieselbe Studie zeigte aber erstaunlicherweise auch, dass CBD den Blutalkoholspiegel absenken kann [S1]. Auch scheint CBD die durch Alkohol verursachten Nervenschäden zu verringern, wenn während des Alkoholkonsums ein CBD-Gel auf die Haut verabreicht wird. 

Sowohl CBD, als auch Alkohol sollen beruhigend wirken und sollen sich damit in ihrer entspannenden Wirkung gegenseitig verstärken. Von Alkohol weiss man aber auch, dass er individuell sehr unterschiedlich wirken kann: Manche werden ruhig und entspannt, andere werden – dosisabhängig – besonders aktiv oder sogar aggressiv. Der Effekt von Alkohol + CBD kann also davon abhängen, in welcher Verfassung man beim Konsum ist. Fröhliche Menschen können durch die Kombination noch fröhlicher werden, ärgerliche oder aggressive können in ihrer Gewaltbereitschaft enthemmt werden [3].

Da von CBD die angstlösende, entspannende Wirkung nachgewiesen ist, kann CBD in Wechselwirkung mit Alkohol im negativen Fall:

  • enthemmen
  • zu Kontrollverlust führen
  • die motorische Koordination beeinträchtigen
  • sedieren 

und im positiven: 

  • beruhigen
  • entspannen
  • schläfrig machen

und zwar jeweils zu einem stärken und länger anhaltenden Maß als eine der beiden Substanzen alleine. Das gilt zumindest für den Fall, dass beide gleichzeitig eingenommen werden. Insgesamt sind aber noch viele Studien am Menschen nötig, um die genauen Mechanismen von Alkohol und CBD zu untersuchen. 

Kann CBD gegen die Folgen von Alkoholismus helfen? 

Alkoholismus ist ein komplexes Suchtgeschehen, das physische und psychische Beeinträchtigungen zur Folge hat. Nicht selten liegt der Grund für die Sucht in erlebten Traumata, frühkindlichen Erlebnissen oder psychischen Leiden. Es wäre schön, wenn CBD dagegen helfen könnte. Doch so einfach ist es nicht. Ohne langwierige Therapien lässt sich Alkoholismus meist nicht bekämpfen. Dennoch hat sich herausgestellt, dass CBD eine positive Wirkung bei bestehenden Alkoholismus haben kann. 

CBD gegen Alkohol? Aber ja!

Durch wissenschaftliche Studien konnte bestätigt werden, dass CBD beispielsweise hilft gegen: 

  • Suchtdruck [S2]
  • die Entwicklung einer Fettleber durch oxidative Schäden [S3]
  • Nervenschäden (Neurodegeneration) im Gehirn
  • Entzugserscheinungen, wie beispielsweise Unruhe, Schweißausbrüche, Schwächegefühl, Zittern, Krämpfe, Übelkeit [1].

CBD ist in der Lage, aufgrund seiner beruhigenden Wirkung das stressbedingte Verlangen nach Alkohol zu verringern. Da es selbst antidepressiv wirkt und die Bildung von Glückshormonen aktiviert, vermindert es zugleich auch den Druck, über den Alkohol das Belohnungssystem des Gehirns zu bedienen. Das physische und mentale Verlangen nach Alkohol soll unter CBD geringer werden [3]. Die Verringerung der Entzugserscheinungen sind ein zusätzlicher Vorteil des CBDs. Durch seine entzündungshemmenden, antioxidativen und entgiftenden Eigenschaften kann CBD darüber hinaus die Folgen langwierigen Alkoholkonsums vermindern, wie z.B. die Zerstörung der Leber. Dazu müsste CBD jedoch vor dem Alkoholkonsum eingenommen/aufgetragen werden. Im Nachhinein kann die regenerative Eigenschaft des CBDs den Ersatz zerstörter Zellen initiieren. Es könnte also durchaus Sinn machen, CBD in eine Therapie gegen Alkoholsucht zu integrieren [2: 3].

Quellen: 

[1] Gluch, Christoph, CBD und Alkohol: Dieser erstaunliche Effekt kann eintreten, 30.12.2018 in CBD Extra, abgerufen am 30.05.2020 von https://cbd-extra.de/blogs/news/cbd-und-alkohol

[2] CBD mit Alkohol – was passiert dabei im Körper?, 26.03.2020 in Die grüne Oase, abgerufen am 30.05.2020 von https://www.die-gruene-oase.com/cbd/cbd-mit-alkohol

[3] Weiss, Suzannah, This Is What Happens When You Mix Alcohol and CBD, 25.07.2018 in Vice: Health, abgerufen am 30.05.2020 von https://www.vice.com/en_us/article/j5npp7/what-happens-when-you-mix-alcohol-and-cbd

Relevante Studien: 

[S1] Consroe, P. et. al., Interaction of Cannabidiol and Alcohol in Humans, 1979 in  Psychopharmacology (Berl);66(1):45-50, abgerufen am 30.05.2020 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/120541/.

[S2] Turna, Jasmine et. al., Cannabidiol as a Novel Candidate Alcohol Use Disorder Pharmacotherapy: A Systematic Review, April 2019 in Alcohol Clin Exp Res. 2019 Apr;43(4):550-563, abgerufen am 30.05.2020 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30698831/

[S3] Yang, Lili et. al., Cannabidiol protects liver from binge alcohol-induced steatosis by mechanisms including inhibition of oxidative stress and increase in autophagy, März 2014 in Free Radical Biology and Medicine, Volume 68, Pages 260-267, abgerufen am 30.05.2020 von https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0891584913015670?via%3Dihub

CBD Zeitgeist Team

Wir sind das CBD Zeitgeist Team - Wir sind CBD Enthusiasten, die regelmäßig die USA besuchen und vom CBD-Hype angesteckt wurden. Wir möchten Licht in das aktuelle Dunkel bringen und Deutschland wertvolles Wissen rund um das Cannabidiol bieten. Wir bieten Dir alle Informationen aus verschiedensten Bereichen, die du für dich und deine Umwelt benötigst und beweisen dir, was du alles mit CBD anstellen kannst.

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