CBD bei Autismus

Sprache, Gefühlsregulation, Bewegungs- und Beziehungsmuster und das Verhalten sind bei Autisten auf eine besondere Art geprägt. Sie können sich in einer hektischen Welt voller Sinneseindrücke und zwischenmenschlichen Interaktionen nur schwer zurechtfinden und leiden unter einem enormen Druck. Hilfreich können spezielle Verhaltenstherapien sein, die die Unabhängigkeit von Autisten fördern. Inzwischen gibt es aber auch vereinzelt Studien, die die positiven Effekte von CBD auf die Empfindungen und das Verhalten von Autisten darstellen. 

Die Welt der Autisten 

Wie Autismus entsteht, ist bisher nicht bekannt. Die Erkrankung entsteht im frühkindlichen Alter und ist eine Entwicklungsstörung der Nerven, die sich in einer verminderten Wahrnehmungsverarbeitung äußert. Das macht das soziale Miteinander, die Kommunikation und das oft stereotypische Verhalten von Autisten so besonders. 

Die Deutung, angemessene Reaktion auf und Artikulation von zwischenmenschlichen und emotionalen Signalen fällt Autisten schwer. Sie nutzen und verstehen beispielsweise Sprache und Gestik anders als andere Menschen, so dass soziale Situationen sie überfordern. Ihr Verhalten und Interesse zeichnet sich durch starre Routine und Wiederholungen aus, deren Sinn für Außenstehende nicht immer verständlich ist. Sie können sich nur schwer entscheiden, keine Initiative ergreifen und nicht spontan reagieren. Dazu kommen stereotype Bewegungsmuster, wie Schaukeln und ein ungewöhnliches Interesse an Details. Es kann sein, dass sie auf Veränderungen jeglicher Art stark emotional reagieren. Von Reizen aus der Umwelt oder ihrer eigenen Sinne sind sie schnell überfordert

Psychisch leiden Autisten häufig unter:

  • Ängsten oder Phobien
  • Essstörungen
  • fremd- oder selbstverletzendem Verhalten
  • Schlafstörungen
  • Rastlosigkeit und Nervosität
  • Wutausbrüchen [1]. 

Was könnte CBD bei Autisten bewirken?

In Deutschland ist Cannabis zur Behandlung von Autismus nicht zugelassen. Erschwert wird die Zulassung und Anwendung noch dadurch, dass insbesondere bei Kindern eine Cannabistherapie ausgeschlossen ist. CBD-Öl ist dagegen in den USA in manchen Fällen für autistische Kinder zugelassen.

Der Grund dafür ist folgender: Veränderungen, starke Emotionen und Sinneseindrücke, wie Lärm und Gerüche, können bei Autisten zu:

  • Aggressionen
  • Ängsten
  • selbstverletzendem Verhalten
  • ungewöhnlicher Aktivität führen. 

Dagegen kann CBD einen positiven Einfluss auf die Gehirnaktivität haben und helfen, emotionale Signale besser zu verarbeiten [S8]. Es kann darüber hinaus helfen: 

  • zu beruhigen und damit Rastlosigkeit, Hyperaktivität, Reizbarkeit, Wutanfälle und aggressives Verhalten zu regulieren
  • Ängste, soziale Phobien bis hin zur Panik zu reduzieren [S9] und damit
  • selbstverletzendem Verhalten und 
  • Tourette-Attacken vorzubeugen [2].

Viele der behandelten Kinder einer Studie zeigten unter CBD-angereicherten Cannabis einer Verbesserung von:

Davon konnten 34 % ihre Medikamente und 20 % Antipsychotika ganz absetzen [5].

CBD und der Einfluss auf die Lebensqualität von Autisten 

Betroffene, die mit einem Cannabis-Präparat behandelt wurden, das 30 % CBD und 1,5 % THC enthielt, erlebten eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität. Dazu gehörten:

  • eine Steigerung der Stimmung 
  • Unabhängigkeit in Bezug auf selbstständiges Ankleiden und Duschen
  • ein erholsamer Schlaf
  • Steigerung der Konzentrationsfähigkeit
  • Verbesserung von Unruhe- und Wutgefühlen [S4].

Wie wirkt CBD bei Autisten?

Wie genau Cannabis, bzw. CBD und THC bei Autisten wirkt, konnte bisher noch nicht geklärt werden. Aufgrund von Tierstudien gibt es Hinweise, dass bei den Betroffenen das Endocannabinoidsystem ECS, Hormone und verschiedene Neurotransmitter (wie GABA) fehlreguliert sein könnten [3]. 

Das sogenannte “Kuschelhormon” Oxytocin beispielsweise scheint eine bedeutende Rolle im persönlichen Bindungs- und Sozialverhalten zu spielen. Es reguliert u.a. die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol und kann so für ein entspanntes Miteinander sorgen [S5]. Darüber hinaus soll es: 

  • das Vertrauen in andere Menschen stärken
  • Ängste und Aggressionen reduzieren
  • Empathie fördern [4; S7].

Gibt man Autisten Oxytocin, dann kann das einige der typischen Symptome der Erkrankung verbessern. So kann es ihnen beispielsweise gelingen, im Kontakt das Gegenüber besser einzuschätzen, also empfänglicher für die ausgesendeten Signale zu werden [S6]. Dabei soll das Oxytocin die Vernetzung von Nerven im sozialen Gehirn fördern. CBD scheint die Freisetzung von Oxytocin zu fördern. 

Außerdem reguliert CBD über die CB2-Rezeptoren die Nervenaktivität und damit viele Gehirnfunktionen [S1; S2]. Da ein Defizit an ECS-Rezeptoren Ängste fördern kann, könnte CBD auch aus diesem Grunde eine Autismustherapie unterstützen. Darüber hinaus kann es spontane Muskelkontraktionen beruhigen und damit Bewegungsstörungen bei Autismus kontrollieren helfen [6].

Achtung: Studienergebnisse sind mit Vorsicht zu genießen

Obwohl die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Cannabis bzw. CBD vielversprechend zu sein scheinen, bieten die Ergebnisse der Studien dennoch keine absolute Sicherheit. Viele der Studienergebnisse beziehen sich auf Beobachtungen der Eltern von autistischen Kindern, ohne dass entsprechende Kontrollgruppen einen Vergleich zuließen. Die Eltern haben dabei eine Verbesserung der Lebensqualität ihrer Kinder mit Hilfe von Fragebögen beurteilt. Dabei haben nur etwas mehr als die Hälfte der Eltern (60%) die Fragen beantwortet. Dennoch haben über 80% an der Behandlung mit Cannabis festgehalten, was den Forschern einen Hinweis auf die Zufriedenheit mit der Behandlung geben konnte [3].   

Quellen: 

[1] Was ist Autismus? Bundesverband zur Förderung von Menschen mit Autismus, abgerufen am 16.03.2021 von https://www.autismus.de/was-ist-autismus.html

[2] Cannabis and Autism, 01.04.2017 in Hytiva, Cannabis on demand, abgerufen am 16.03.2021 von https://www.hytiva.com/lifestyle/cannabis-and-autisim#_ftn5

[3] Latour, Alexandra, Cannabisbehandlung bei Autismus: Neue Studie, 16.01.2020 in Leafly, abgerufen am 19.03.2021 von https://www.leafly.de/cannabisbehandlung-autismus/

[4] Egloff, Lukas, Gassmann, Leandra L., Fremden vertrauen dank Oxytocin, 25.05.2011 in UZH Zürich, abgerufen am 17.03.2021 von https://www.news.uzh.ch/de/articles/2011/fremden-vertrauen-dank-oyxtocin.html

[5] CBD zur Behandlung von Kindern mit Autismus, in Hanf-Extrakte, abgerufen am 19.03.2021 von https://www.hanf-extrakte.com/cbd-zur-behandlung-von-kindern-mit-autismus/

[6] CBD bei Autismus, in Cannatrust, abgerufen am 19.03.2021 von https://cannatrust.eu/wiki/cbd-bei-autismus/#AutismusStudie2

Relevante Studien:

[S1] Siniscalco, Dario et. al., Cannabinoid receptor type 2, but not type 1, is up-regulated in peripheral blood mononuclear cells of children affected by autistic disorders, November 2013 in J Autism Dev Disord;43(11):2686-95, abgerufen am 16.03.2021 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23585028/

[S2] Csaba Földy et. al., Autism-Associated Neuroligin-3 Mutations Commonly Disrupt Tonic Endocannabinoid Signaling, 08.05.2013 in Neuron, VOLUME 78, ISSUE 3, P498-509, abgerufen am 16.03.2021 von https://www.cell.com/neuron/fulltext/S0896-6273(13)00225-0

[S3] Aran, Adi et. al., Brief Report: Cannabidiol-Rich Cannabis in Children with Autism Spectrum Disorder and Severe Behavioral Problems-A Retrospective Feasibility Study, März 2019 in J Autism Dev Disord;49(3):1284-1288, abgerufen am 16.03.2021 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30382443/

[S4] Bar-Lev Schleider, Lihi et. al., Real life Experience of Medical Cannabis Treatment in Autism: Analysis of Safety and Efficacy, 17.01.2019 in Scientific Reports, Volume 9, Article number: 200, abgerufen am 17.03.2021 von https://www.nature.com/articles/s41598-018-37570-y?utm_source=Master+List+-+Weekly+Digest&utm_campaign=87c93208d4-EMAIL_CAMPAIGN_2018_12_19_12_10_COPY_01&utm_medium=email&utm_term=0_43efc2aeb2-87c93208d4-209152543

[S5] Kerstin Uvnäs-Moberg, Kerstin, Antistress Pattern Induced by Oxytocin, Februar 1998 in News Physiol Sci;13:22-25, abgerufen am 17.03.2021 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11390754/

[S6] Uvnäs-Moberg, K., Oxytocin may mediate the benefits of positive social interaction and emotions, November 1998 in Psychoneuroendocrinology;23(8):819-35, abgerufen am 18.03.2021 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/9924739/

[S7] De Dreu, Carsten K. W., The neuropeptide oxytocin regulates parochial altruism in intergroup conflict among humans, 11.06.2010 in Science;328(5984):1408-11, abgerufen am 18.03.2021 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20538951/

[S8] Crippa, José Alexandre S et. al., Neural basis of anxiolytic effects of cannabidiol (CBD) in generalized social anxiety disorder: a preliminary report, Januar 2011 in J Psychopharmacol;25(1):121-30, abgerufen am 19.03.2021 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20829306/

[S9] Bergamaschi, Mateus M et. al., Cannabidiol reduces the anxiety induced by simulated public speaking in treatment-naïve social phobia patients, Mai 2011 in Neuropsychopharmacology;36(6):1219-26, abgerufen am 19.03.2021 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21307846/

CBD Zeitgeist Team

Wir sind das CBD Zeitgeist Team - Wir sind CBD Enthusiasten, die regelmäßig die USA besuchen und vom CBD-Hype angesteckt wurden. Wir möchten Licht in das aktuelle Dunkel bringen und Deutschland wertvolles Wissen rund um das Cannabidiol bieten. Wir bieten Dir alle Informationen aus verschiedensten Bereichen, die du für dich und deine Umwelt benötigst und beweisen dir, was du alles mit CBD anstellen kannst.

Weitere Artikel

Close