Was ist CBG? Was ist der Unterschied zu CBD und THC?

CBD und THC sind bekannte Inhaltsstoffe von Cannabis. CBG oder Cannabigerol dagegen ist weniger bekannt, obwohl es ebenfalls aus der Cannabispflanze stammt. Über diesen Stoff ist bisher nur wenig bekannt. Es gibt einige in vitro Studien und Tierversuche, die erste Wirkungen belegen konnten. Daraus leitet sich die Vermutung weiter, dass CBG mindestens ebenso viele gesundheitliche Vorteile bietet, wie CBD und THC. Was also ist CBG und wie unterscheidet es sich von THC und CBD? 

CBG – der Junior unter den Cannabidoiden

CBG ist eine Vorstufe von CBD und THC und kommt in jungen, unreifen Cannabispflanzen vor. Es wird aus CBG-Säure und CBGA gebildet und ist in Indica-Sorten stärker vertreten, als in Sativa-Sorten. Im Gegensatz zu THC ist es nicht psychoaktiv wirksam. Mit der Blüte ist die CBG-Konzentration am höchsten und fällt dann durch die Umwandlung in THC, CBD und andere Stoffe mit dem Älterwerden der Pflanze zunehmend ab. 

Je höher also der Gehalt an THC und CBD ist, umso geringer fällt die Konzentration von CBG in der Pflanze aus. Wird die Pflanze geerntet, besteht sie nur noch zu etwa 1% aus CBG. Man vermutet, dass sich das bald ändern wird, da durch die neuesten Forschungserkenntnisse im Hinblick auf den potenziellen gesundheitlichen Nutzen von CBG Züchter daran arbeiten, CBG-reiche Sorten herzustellen. 

Die Herstellung erfolgt mit Hilfe eines speziellen Extraktionsverfahren aus etwa sechs Wochen altem Lebensmittelhanf. Zusammen mit Hanfsamenöl wird es dann zum CBG-Öl vermengt.

Nach den Ergebnissen von Forschern der Universität Barcelona von 2018 reguliert CBG, ebenso wie THC und CBD, das Endocannabinoidsystems [S1]. 

Die Wirkungen von CBG

Die Forschung um CBG ist noch relativ jung. Das Cannabinoid ist in reifen Pflanzen nur in einer vernachlässigbaren Konzentration enthalten, so dass man es lange für medizinisch unbedeutend hielt. Inzwischen gibt es jedoch einige Studien an Tieren, die auf ein den anderen Cannabinoiden ähnliches Wirkungsspektrum schließen lassen. So scheint CBG:

  • entzündungshemmend
  • antioxidativ
  • antibakteriell
  • schmerzlindernd
  • krebshemmend und 
  • appetitanregend wirken [1; 2; 3]. 

CBG gegen Entzündungen und oxidativen Stress

Entzündungen und oxidativer Stress sollen verantwortlich sein für das Absterben von Nervenzellen. Zu den neurodegenerativen Erkrankungen zählen beispielsweise Alzheimer, Parkinson, Huntington-Krankheit (Zerstörung des Gehirns) und Multiple Sklerose.

Studien haben gezeigt, dass CBG aufgrund seiner antientzündlichen und antioxidativen Wirkung eine nervenschützende Funktion ausübt. Mit der Regeneration der Nerven verbessert sich auch die Beweglichkeit der Muskeln [S2]. 

Darüber hinaus scheint CBG in der Lage zu sein, die antioxidative Abwehr anderer Zellen wiederherzustellen und allgemein oxidativen Stress und Entzündungen zu reduzieren. Beispiel dafür ist eine Studie an Mäusen, bei denen CBG die entzündliche Darmerkrankung Colitis ulcerosa abschwächen konnte [S2].

Cannabigerol gegen Grünen Star

CBG bzw. Cannabigerolsäure (CBGA) senkt den Augeninnendruck und hilft beispielsweise bei Beschwerden im Zusammenhang mit dem grünen Star. Unter dem Cannabinoid kann die Tränenflüssigkeit besser abfließen [S3].

CBG-Wirkung auf Darmkrebszellen

CBG zeigte in Studien an Mäusen, dass es Darm-Krebszellen am Wachstum hindern und sie zum programmierten Zelltod treiben kann [S4]. 

CBG und die appetitanregende Wirkung

Bei Ratten hat CBG den Appetit anregen können [S5]. 

CBG und Blasenfunktion

CBG kann, einer Studie entsprechend, die Kontraktion der Blase hemmen. Insofern könnte es als Mittel zur Vorbeugung gegen Blasendysfunktionserkrankungen Anwendung finden [S6].

CBG und Schmerz

CBG scheint gegen verschiedene Schmerzformen zu wirken. Interessanterweise konnten Studien zeigen, dass die schmerzlindernde Wirkung von CBG die von THC wohl noch übertrifft [S7].

CBG Anwendung

Die Anwendung von CBG richtet sich nach dem Beschwerdebild. Idealerweise wird es unter die Zunge getropft und kann so über die Schleimhäute seine Wirkung im Körper entfalten. Bei Hautproblemen wird es einfach auf die betroffene Stelle aufgetragen.

Dosierung und Nebenwirkungen von CBG

CBG wird meist in Ölform genutzt. Man beginnt immer mit einer kleinen Dosis und steigert sie dann langsam bis zum gewünschten Effekt. Studien haben gezeigt, dass die maximale therapeutische Dosis bei 300 mg CBG/ kg Körpergewicht liegt. Das ist eine Dosis, die in der Regel niemand nutzt.   

Das Öl hat einen leicht bitteren Geschmack, verursacht aber bei vorschriftsmäßiger Dosierung keine Nebenwirkungen. Erst bei einer Überdosierung können Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten. 

Die Unterschiede zwischen CBG, CBD und THC

CBG und CBD ähneln sich insofern, dass sie beide nicht psychoaktiv sind. Sie haben also keine bewusstseinsverändernde Wirkung, so dass auch nach der Einnahme einer der beiden Substanzen die Teilnahme am Alltagsgeschehen unbedenklich möglich ist. Umgekehrt wirken beide Stoffe der berauschenden Wirkung des THCs entgegen. Darüber hinaus scheinen gleichfalls beide Stoffe Ängste und Depressionen effektiv lindern zu können [3]. 

CBG lindert Schmerzen stärker als THC. Außerdem ist es besser als beide anderen Cannabinoide, unerwünschte Muskelkontraktionen zu behandeln [4]. 

Bisher ist klar, dass noch viele Studien am Menschen durchgeführt werden müssen, um die gesundheitsfördernde Wirkung von CBG zu beweisen. Momentan wird es daher auch noch äußerst schwer sein, ein CBG-Produkt, wie beispielsweise ein reines CBG-Öl, im Handel zu finden. 

Quellen:

[1] Mag. pharm. Schöggl, Matthias, Was ist Cannabigerol (CBG)?, 25.07.2019 in CBD vital, abgerufen am 25.03.2020 von https://www.cbd-vital.de/magazin/cbd-allgemein/was-ist-cannabigerol-cbg

[2] Latour, Alexandra, Wirkung von Cannabigerol (CBG) – ein Cannabinoid mit Potenzial, 10.12.2019 in Leafly, abgerufen am 25.03.2020 von https://www.leafly.de/cannabigerol-cbg-cannabinoid/

[3] Was ist CBG (Cannabigerol) und was bewirkt dieses Cannabinoid?, CBD360, abgerufen am 25.03.2020 von https://cbd360.de/wissenswertes/cbg-cannabigerol/

[4] Was ist Cannabigerol (CBG)?, 11.02.2020 in Cannaconnection, abgerufen am 26.03.2020 von https://www.cannaconnection.de/blog/12858-was-ist-cannabigerol-cbg 

Relevante Studien:

[S1] Navarro, Gemma, et. al., Cannabigerol Action at Cannabinoid CB1 and CB2 Receptors and at CB1–CB2 Heteroreceptor Complexes, 21.06.2018 in Front Pharmacol. 2018; 9: 632, abgerufen am 25.03.2020 von https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6021502/

[S2] Agnese Gugliandolo, Agnese et. al., In Vitro Model of Neuroinflammation: Efficacy of Cannabigerol, a Non-Psychoactive Cannabinoid, 08.07.2018 in Int J Mol Sci. 2018 Jul; 19(7): 1992, abgerufen am 25.03.2020 von https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6073490/

Borrelli, F. et. al., Beneficial effect of the non-psychotropic plant cannabinoid cannabigerol on experimental inflammatory bowel disease, 01.05.2013 in Biochem Pharmacol.;85(9):1306-16, abgerufen am 26.03.2020 von https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23415610

[S3] Colasanti, B.K., A comparison of the ocular and central effects of delta 9-tetrahydrocannabinol and cannabigerol, 1990 in J Ocul Pharmacol.;6(4):259-69, abgerufen am 25.03.2020 von https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1965836.

[S4] Nallathambi, R. et. al., Identification of Synergistic Interaction Between Cannabis-Derived Compounds for Cytotoxic Activity in Colorectal Cancer Cell Lines and Colon Polyps That Induces Apoptosis-Related Cell Death and Distinct Gene Expression, 01.06.2018 in Cannabis Cannabinoid Res. 2018 Jun 1;3(1):120-135, abgerufen am 25.03.2020 von https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29992185

[S5] Daniel I Brierley, Daniel I. et.al., Cannabigerol is a novel, well-tolerated appetite stimulant in pre-satiated rats, 09.08.2016 in Psychopharmacology (Berl). 2016; 233(19): 3603–3613, abgerufen am 25.03.2020 von https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5021742/

[S6] Pagano, E. et. al., Effect of Non-psychotropic Plant-derived Cannabinoids on Bladder Contractility: Focus on Cannabigerol, Juni 2015 in Nat Prod Commun.;10(6):1009-12, abgerufen am 26.03.2020 von https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26197538[S7] Russo, Ethan B., Cannabinoids in the management of difficult to treat pain, 02/2008 in Ther Clin Risk Manag. 2008 Feb; 4(1): 245–259, abgerufen am 26.03.2020 von https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2503660/

CBD Zeitgeist Team

Wir sind das CBD Zeitgeist Team - Wir sind CBD Enthusiasten, die regelmäßig die USA besuchen und vom CBD-Hype angesteckt wurden. Wir möchten Licht in das aktuelle Dunkel bringen und Deutschland wertvolles Wissen rund um das Cannabidiol bieten. Wir bieten Dir alle Informationen aus verschiedensten Bereichen, die du für dich und deine Umwelt benötigst und beweisen dir, was du alles mit CBD anstellen kannst.

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