Nano-CBD: Eine hilfreiche Innovation?

Der Begriff “Nano” deutet immer auf einer besonders kleine, synthetisch erzeugte Form eines Moleküls hin. Der Vorteil daran ist, dass kleinere Moleküle die Barrieren des Körpers (wie z.B. die Haut) besser durchdringen kann. Sie sind daher häufig besser bioverfügbar. Im Bereich der Kosmetik, wo Nano-Wirkstoffe ebenfalls eine große Bedeutung haben, da sie die natürliche Hautbarriere überwinden, bleibt die Unsicherheit, was mit den Nano-Stoffen im Körper passiert. Nun gibt es auch Nano-CBD. Welche Vorteile können wir davon erwarten?

Was ist Nano-CBD

Natürlich bleibt auch der CBD-Industrie nicht erspart, innovative Wege zu gehen, um neue, bessere, wirksamere CBD-Produkte herzustellen. Umso mehr das Interesse an CBD wächst, um zu größer wird auch der Marktdruck der Händler. Wie auch in der Medizin, bei Biomaterialien, Robotik und Kosmetik, soll die CBD-Nanotechnologie dem CBD besondere Eigenschaften verleihen. Sie schrumpft quasi das CBD auf eine Größe von einem bis 100 Nanometer. Dadurch soll die Bioverfügbarkeit bzw. Konzentration von CBD im Blutkreislauf erhöht werden. 

Bei den Nano-Partikeln werden Cannabinoide in sogenannte “nanostrukturierte” Lipidträger (NLCs) eingekapselt. Das sind kleine Kapseln, die aus körpereigenen, biologisch abbaubaren Fettmaterialien bestehen. Dieser gängiger Weg in der Medizin und Kosmetik erhöht die Absorption des Wirkstoffs am Gewebe. Dadurch ist auch die Konzentration des aufgenommenen CBDs im Blut höher und die Wirkung des Stoffes effizienter. Dass das funktioniert, konnte eine Studie von 2018 beweisen, bei der die Bioverfügbarkeit von Sativex mit der von CBD-/THC-Nanoemulsion verglichen wurde [S3]. 

Was bedeutet Bioverfügbarkeit von CBD

CBD hat leider einen Nachteil: Es ist lipophil, mischt sich also eher mit Fetten, als mit Wasser. Dadurch ist es schlecht bioverfügbar, durchdringt also die körpereigenen Barrieren nur zu einem geringen Teil. Dann muss es erst von Verdauungsenzymen aufgespalten werden, bevor es ins Blut gelangt. So dauert es, bis sich der Wirkstoff im Körper kumuliert (angereichert) hat und die tatsächliche Wirkung von CBD einsetzt. Die Bioverfügbarkeit ist ein Maß dafür, wie schnell und effektiv ein von außen zugegebener Stoff die Blutbahn erreicht, um eine messbare Wirkung zu erzielen. Sie ist u.a. abhängig von der Aufnahmeart: CBD-Tropfen, die über die Mundschleimhaut einwirken, haben beispielsweise eine Bioverfügbarkeit von vier bis 20% [S1]. Bei 100 mg CBD erreichen also maximal 20 mg den Blutkreislauf. Beim Vapen wird dagegen eine Bioverfügbarkeit von 34-46% erreicht wird [1; 2; S2]. 

Die Vorteile von Nano-CBD gegenüber normalem Cannabidiol

Der Nachteil von CBD ist, dass es nicht wasserlöslich ist. Es vermischt sich nur mit Fetten und Lipiden. Da im Mund und Darm aber ein wässriges Milieu herrscht, ist die Aufnahme von großen CBD-Molekülen in das Blut sehr erschwert. CBD verkapselt sich zu Tröpfchen, die im Körper erst aufgeschlüsselt werden müssen. Ein Großteil davon baut der Körper unverwertet ab, nur ein geringer gelangt tatsächlich als aktiver Wirkstoff ins Blut. Das kostet Zeit und Einbußen in der Wirksamkeit. Nano-Partikel wirken dagegen wie eine gelöste Substanz, weil sie bereits in winzige Tropfen zerlegt sind. Sie bilden eine vergleichsweise größere Oberflächenverbindung mit dem Gewebe der Verdauungsorgane, als herkömmliches CBD. Die Vorteile von Nano-CBD gegenüber normalem CBD sind daher: 

  • einen schneller Aufnahme ins Blut: CBD-Öl braucht 15 bis 30 Minuten bis zum Wirkeintritt, Nano-CBD etwa zwei bis vier Minuten. 
  • einer höheren Bioverfügbarkeit, die bei Nano-CBD bei fast 100 % liegt. 
  • einer stärkeren Wirkung: Die Verkapselung von CBD zu Nano-Partikeln birgt die Möglichkeit, ein effektives Schmerzmittel für diejenigen zu bieten, die auf konventionelle Medizin nicht ansprechen [2].

Gibt es auch Nachteile von Nano CBD?

Bedeutsam für den Erfolg eines therapeutischen Mittels ist einerseits die Wirksamkeit, andererseits aber auch die Sicherheit. Auch das wirksamste Mittel ist nicht für den Markt geeignet, wenn nicht seine Sicherheit für den Anwender gewährleistet ist. Das bedeutet: Der Nutzen muss das Risiko immer überwiegen. Die Gefahr bei Nano-Partikeln ist immer, dass man nicht genau weiss, wie sie sich im Körper verhalten. Sie müssen also besonders gut erforscht werden. Partikel unterhalb einer gewissen Größe können beispielsweise in die Zellen eindringen und sich in Geweben und Organen ansammeln, auch in solchen, auf die sie eigentlich nicht abzielen. Das macht z.B. den Gebrauch von Sonnenschutzmitteln so heikel, die mit Nano-Filtern als UV-Schutz arbeiten. Es besteht die Möglichkeit, dass die Partikel zu Entzündungen und Gewebeschäden führen. Bei schwangeren Frauen könnten sie beispielsweise über die Plazenta in das ungeborene Kind gelangen.

Auch darf nicht vergessen werden: Umso kleiner die Partikel werden, umso mehr können sie Eigenschaften entwickeln, die sich von denen des ursprünglichen Wirkstoffes unterscheiden. Bevor die Forschung nicht zu eindeutigen Ergebnissen kommt, sollte man also mit derartigen Produkte vorsichtig umgehen. 

Quellen: 

[1] Cooke, Justin, CBD-Nanotechnologie – Pseudowissenschaft oder Innovation?, in Dayly CBD: CBD Wissenschaft, abgerufen am 27.05.2020 von https://dailycbd.com/de/cbd-nanotechnologie-pseudowissenschaft-oder-innovation/

[2] Wasserlösliches CBD und Nanoemulsionen, in Hanf-Extrakte: Magazin, abgerufen am 29.05.2020 von https://www.hanf-extrakte.com/wasserloesliches-cbd-und-nanoemulsionen/

Relevante Studien: 

[S1] Huestis, Marilyn A., Human Cannabinoid Pharmacokinetics, August 2007 in Chem Biodivers.; 4(8): 1770–1804, abgerufen am 27.05.2020 von https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2689518/

[S2] Paudel, Kalpana S. et. al., Cannabidiol Bioavailability After Nasal and Transdermal Application: Effect of Permeation Enhancers, September 2010 in Drug Dev Ind Pharm; 36(9):1088-97, abgerufen am 27.05.2020 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20545522/

[S3] Atsmon, Jacob et. al., PTL401, a New Formulation Based on Pro-Nano Dispersion Technology, Improves Oral Cannabinoids Bioavailability in Healthy Volunteers, Mai 2018 in J Pharm Sci.;107(5):1423-1429, abgerufen am 29.05.2020 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29287930/ 

CBD Zeitgeist Team

Wir sind das CBD Zeitgeist Team - Wir sind CBD Enthusiasten, die regelmäßig die USA besuchen und vom CBD-Hype angesteckt wurden. Wir möchten Licht in das aktuelle Dunkel bringen und Deutschland wertvolles Wissen rund um das Cannabidiol bieten. Wir bieten Dir alle Informationen aus verschiedensten Bereichen, die du für dich und deine Umwelt benötigst und beweisen dir, was du alles mit CBD anstellen kannst.

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