Sollte man CBD mit Methadon kombinieren?

Methadon haben wir irgendwie schon einmal gehört, z.B. im Zusammenhang mit Drogenersatz für Heroinabhängige. Es wird aber auch Krebspatienten als Schmerzmittel gegeben. Auch von CBD ist bekannt, dass es bei der Entwöhnung von Süchten helfen und Schmerzen reduzieren kann. Ganz besonders in der Krebsmedizin stellt sich die Frage, ob eine Kombination der beiden Mittel irgendeinen Vorteil für Patienten bringen könnte. Die Forschung steht hierzu noch ganz am Anfang. Wir möchten es genauer wissen. 

Die Besonderheit von Schmerzen und klassischen Schmerzmitteln

Chronische Schmerzen sind von vielen Faktoren abhängig, gelten als multifaktorell. Entsprechend vielseitig sollte auch die Behandlung sein. Daher kommen im Idealfall psychotherapeutische (z.B. Verhaltenstherapie), physikalische (z.B. Massagen oder Elektrotherapie) und pharmakologische Methoden (wie Schmerzmittel) zum Einsatz. Viele starke Schmerzmittel (wie Oxicodon, Tilidin) haben den Nachteil, dass sie ein hohes Abhängigkeitspotential und zahlreiche Nebenwirkungen haben und Dich funktionell beeinträchtigen [4].   

Was ist Methadon?

Das synthetisch hergestellte Methadon ist, wie auch Heroin, ein Opioid. Beide Substanzen wirken über dieselben Opioid-Rezeptoren und lösen eine Reaktionskaskade im Körper aus. Die Folgen sind aber gänzlich unterschiedlich: Während Heroin einen Rausch auslöst und süchtig macht, geschieht bei Methadon nichts dergleichen. Im Gegenteil: Methadon verringert sogar die Sucht nach der Droge [1]. 

In der Krebsmedizin nutzt man die stark schmerzstillende Wirkung des Methadons. Außerdem soll das Mittel die Wirksamkeit von Chemotherapien verbessern. Das hat zumindest eine Untersuchung an Zellkulturen ergeben. Bewiesen ist die antitumorale Wirkung von Methadon beim Menschen bisher nicht. Dennoch gibt es Krebspatienten, die Methadon aufgrund positiver Erfahrungsberichte gegen ihre Krankheit nutzen [2]. So schön das auch alles klingt, ganz ungefährlich ist Methadon nicht. Es kann eine ganze Reihe von schweren Nebenwirkungen verursachen, die auch lebensbedrohlich sein können [1].

So wirkt CBD

Rezeptoren für CBD sind im gesamten Körper verteilt. CBD kann also nahezu überall seine Wirkung entfalten. Bei dem multifunktionellen Charakter von chronischen Schmerzen könnte CBD mit seiner vielseitigen Wirkung das ideale Pendant sein. CBD kann gegen Schmerzen wirken, aber auch gegen Krämpfe, Übelkeit, Appetitverlust und Entzündungen. Einige dieser Symptome treten auch in Folge eines Heroinentzuges oder als Symtom bzw. Nebenwirkung der Behandlung von Krebserkrankungen auf. Darüber hinaus soll CBD Krebszellen am Wachstum hindern können. 

Das Opioid- und ECS-System

Das Opioid- und das Endocannabinoidsystem sind System, die jeweils durch die Ausschüttung von Neurotransmittern eigenständige Bereiche steuern. Doch in unserem Körper hängt alles irgendwie zusammen. Daher wundert es auch nicht, dass sich die beiden Systeme gegenseitig verstärken oder behindern können. 

Ein Beispiel: Das Cannabinoid THC, das hauptsächlich über CB1-Rezeptoren des Endocannabinoidsystems wirkt, kann Schmerzen lindern. In dem Moment aber, in dem ein bestimmter Opioid-Rezeptor blockiert wird, gelingt das THC nicht mehr. Die Opioid-Rezeptoren scheinen also an der schmerzstillenden Wirkung des THCs mitzuwirken [S1]. Mäuse ohne CB1-Rezeptoren zeigen kein Interesse an Morphin. Also scheint umgekehrt eine Opioidwirkung auch nur mit Hilfe des Endocannabinoidsystems möglich zu sein. 

Welche Vorteile könnte eine CBD-Methadon-Kombination bieten?

Hier kann man nur spekulieren, da entsprechende Studien noch nicht durchgeführt wurden. 

Bei einer Chemotherapie werden freie Radikale gebildet, die Krebszellen in den Zelltod treiben. Sowohl Methadon, als auch CBD können diese Wirkung der Chemotherapeutika verstärken. 

Wir wissen, dass CBD seine Wirkung über Rezeptoren des Endocannabinoidsystems entfaltet. Es kann aber auch an Opioid-Rezeptoren, beispielsweise im zentralen Nervensystem und Magen-Darm-Trakt binden. Interessanterweise sind das dieselben Rezeptoren, über die auch Methadon wirkt. 

Methadon und Cannabinoide binden aber an verschiedene Stellen der Opioidrezeptoren. Ob Methadon bei gleichzeitiger Anwendung von Cannabinoiden noch wirken kann, da scheiden sich die Geister. Die einen behaupten, dass sie die Wirkung von Methadon abschwächen oder aufheben könnte, weil die Cannabinoide die Informationsweiterleitung in der Tumorzelle verändern [3].  Die anderen gehen dagegen davon aus, dass sich die Stoffe bei den üblichen Konzentrationen nicht negativ beeinflussen [2]. Es wäre auch vorstellbar, dass durch die Zugabe von CBD Patienten weniger Methadon benötigen würden. Hierzu ist einfach noch viel Forschung notwendig.

Be careful!

Im Gegensatz zu CBD kann Methadon fatale Nebenwirkungen haben. Schlimmer noch können die Nebenwirkungen ausfallen, wenn man es auf eigene Faust mit anderen Substanzen kombiniert. Hier wird dringend dazu geraten, einen Arzt zu Rate zu ziehen. Gleiches gilt für CBD, das ebenfalls Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, z.B. mit Krebsmedikamenten, zeigt [S2]. 

Erfahrungsberichte

Nichts überzeugt so sehr, wie ein Erfahrungsbericht von Personen, die in derselben Lage sind, wie man selbst. Wer daran interessiert ist, findet im Internet zahlreiche Foren zum Austausch, wie beispielsweise CBD für Hunde. Unter https://www.facebook.com/groups/1875755872714021 bieten auch wir eine Selbsthilfegruppe zum regen Austausch an. 

Quellen: 

[1] Dr. Hutterer, Christine, Ist eine Kombinationstherapie mit Methadon und Cannabinoiden sinnvoll?, 03.12.2019 in Leafly, abgerufen am 02.12.2020 von https://www.leafly.de/kombinationstherapie-methadon-cannabinoide/

[2] Krebsbehandlung: Cannabis und Methadon zusammen einnehmen?, 21.02.2018 in Hanfjournal, abgerufen am 02.12.2020 von https://hanfjournal.de/2018/02/21/krebsbehandlung-cannabis-und-methadon-zusammen-einnehmen/

[3] Methadon Nebenwirkungen, Methadone against Cancer, abgerufen am 02.12.2020 von https://methadone-against-cancer.org/dl-methadon/wechsel-nebenwirkungen/

[4] Shahnaz Christina Azad, Methadon und Cannabis in der Tumorschmerztherapie, 27.11.2017 in Interdisziplinäre Schmerzambulanz und Tagesklinik Großhadern CCC München, abgerufen am 04.01.2021 von http://www.klinikum.uni-muenchen.de/CCC-Muenchen/download/de/veranstaltungen/10_PatForum-MethadonVortrag-Azad.pdf

Relevante Studien:  

[S1] Vaysse, P. J. et. al., Modulation of rat brain opioid receptors by cannabinoids, Mai 1987 in J Pharmacol Exp Ther. 1987 May;241(2):534-9, abgerufen am 02.12.2020 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/3033219/

[S2] Bouquié, Régis et. al., Cannabis and anticancer drugs: societal usage and expected pharmacological interactions – a review, 16.04.2018 in Fundamental & Clinical PharmacologyVolume 32, Issue 5, abgerufen am 02.12.2020 von https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/fcp.12373

CBD Zeitgeist Team

Wir sind das CBD Zeitgeist Team - Wir sind CBD Enthusiasten, die regelmäßig die USA besuchen und vom CBD-Hype angesteckt wurden. Wir möchten Licht in das aktuelle Dunkel bringen und Deutschland wertvolles Wissen rund um das Cannabidiol bieten. Wir bieten Dir alle Informationen aus verschiedensten Bereichen, die du für dich und deine Umwelt benötigst und beweisen dir, was du alles mit CBD anstellen kannst.

Weitere Artikel

Close