Das ist das Besondere an Nutz- und Industriehanf

Kennst Du dieses mulmige Gefühl im Bauch, wenn man sich gerne ein CBD-Produkt kaufen möchte, aber nicht so recht weiss, ob das hier in Deutschland überhaupt legal ist? Oder hast Du Dir schon einmal ein in Deutschland hergestelltes Hanfprodukt gekauft und dabei bemerkt, dass es aus Nutz- oder Industriehanf gewonnen wurde? Bedeutet das vielleicht, dass der Wirkstoff dann nicht so richtig seine Aufgabe erzielt? 

CBD ist immer noch ein Thema, das stark polarisiert aber auch verunsichert. Da gibt es immer wieder die Fragen nach Legalität, Rauschwirkung und eben auch den Unterschied zwischen Industriehanf und “echtem” Cannabis bzw. Marihuana. Wir möchten an dieser Stelle über die entscheidenden Unterschiede zwischen künstlich angebautem und frei gewachsenem Hanf aufklären.

Das zeichnet Nutzhanf aus 

Seit mehr als 20 Jahren gibt es eine Verordnung der europäischen Kommission zur Legalisierung des Hanfanbaus. Alle Mitgliedsstaaten der EU sollen nach Inkrafttreten dieser Verordnung (Nr. 1164/89) Hanf zur industriellen Nutzung anbauen dürfen[1]. Voraussetzung dafür ist, dass nur Sorten angebaut werden dürfen, deren THC-Gehalt unter 0,2 % liegt. Damit ist eine berauschende Wirkung durch den Gebrauch der Pflanzen ausgeschlossen [2]. 

Von dieser besonderen Art an Faser-, Industrie- oder Nutzhanf gibt es 49 Sorten, die von der EU zertifiziert wurden und vorwiegend der Gattung Cannabis Sativa angehören. Die Pflanzen haben einen bis zu 40% höheren Faseranteil und werden beispielsweise genutzt:

  • zur Fasergewinnung
  • zur Ölgewinnung
  • zur Erzeugung von Trinkhanf
  • als Tierfutter
  • zur Gewinnung ätherischer Öle
  • für Kosmetikprodukte
  • zur Herstellung von Dämmstoffen, Filter, Treibstoffen, Papier. 

Nur diese Hanfsorten erlauben in Deutschland auch den freiverkäuflichen Vertrieb von CBD-Produkten, wie Liquide und Öle. Bei unverarbeiteten Produkten, wie Blüten, ist die Rechtslage etwas anders. Nach dem Betäubungsmittelgesetz ist der Erwerb der gesamten Cannabis Pflanze bzw. von unverarbeiteten Pflanzenteilen mitsamt den Samen verboten, wenn sie zum privaten Anbau gedacht sind. Dabei ist es unerheblich, ob und in welchem Maße die Pflanzen THC enthalten und ob es sich um weibliche oder männliche Blüten handelt [3].  

Wer darf Nutzhanf anbauen?

Es darf also nicht jeder sein kleines Hanfgärtchen haben, auch wenn der THC-Gehalt der Pflanzen gering ist. Anbauen darf nach wie vor nur, wer eine entsprechende Lizenz und von der Bundesopiumstelle eine Genehmigung erteilt bekommen hat. Andernfalls verstößt Du gegen das Betäubungsmittelgesetz. Der Anbau muss bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung angezeigt werden und sämtliche Saatgut-Etiketten bei der Bundesanstalt eingereicht werden. 

Landwirte dürfen mit den zertifizierten Samen genau eine Ernte einfahren. Die aus dieser Ernte hervorgehenden Samen dürfen nicht wieder eingepflanzt werden. Grund dafür ist, dass die Pflanzen mit jeder neuen Generation ihrem natürlichen THC-Gehalt immer näherkommen [4]. 

Hanf versus Marihuana

Hanf und Cannabis gehören zur selben Pflanzenart, dennoch sind sie unterschiedlich. Hanf und besonders Industriehanf enthalten viel geringere Konzentrationen an psychoaktivem THC, als Marihuana, das speziell auf cannbinoidreiche, weibliche Blüten gezüchtet wurde. Industriehanf besteht hauptsächlich aus männlichen, blütenlosen Pflanzen, die einen sehr geringen THC-, aber einen hohen CBD-Gehalt aufweisen [5]. 

CBD-Produkte mit hoher Qualität

Dennoch ist Industriehanf nicht immer gleichzeitig auch hochwertig, auch wenn der THC-Gehalt strengen Regularien unterliegt. Die Produktion von CBD-Öl ist komplex, wird aber nicht reguliert. Damit Du ein gutes Öl bekommst, muss sichergestellt sein, dass keine minderwertigen oder sogar kontaminierten Öle verwendet wurden. Dabei spielen beispielsweise die CO₂-Extraktion und Filterung eine enorme Rolle. Gute Öle werden von unabhängigen Dritten getestet und zertifiziert [6].

Was ist legal, was illegal?

CBD ist, im Gegensatz zu THC, nicht psychoaktiv. Daher fallen CBD-Produkte, die aus Industriehanf in Deutschland hergestellt wurden und damit per Gesetz einen THC-Gehalt unter 0,2% beinhalten, auch nicht unter das Betäubungsmittelgesetz. Hierzulande handelt es sich, beispielsweise bei CBD-Ölen, um Nahrungsergänzungsmittel, die wiederum eigenen Gesetzmäßigkeiten unterliegen [5]. Entsprechend darf keines der Produkte ein Heilversprechen mit speziellen Wirkungen deklarieren. Das wäre wiederum illegal. 

THC-haltige Produkte, die durchaus auch gegen spezielle Krankheitssymptome eingesetzt werden, müssen vom Arzt bei den Behörden beantragt werden. Erst dann dürfen sie in kontrollierten Mengen und zu medizinischen Zwecken konsumiert werden. 

Du kannst also ein CBD-Produkt bedenkenlos kaufen, wenn 

  • dessen THC-Gehalt unter 0,2% liegt
  • es als Nahrungsergänzungsmittel/Kosmetikprodukt ausgewiesen ist
  • es aus zertifizierten EU Nutzhanf-Sorten gewonnen wurde
  • in Deutschland hergestellt wurde.

Unverarbeitete Produkte, wie Cannabisblüten, dürfen nur gehandelt werden, wenn sie „ausschließlich gewerblichen oder wissenschaftlichen Zwecken“ dienen und einen Rauschmissbrauch ausschließen [7]. Das macht selbst Tee, der Blütenteile enthalten kann, zu einem rechtlich kritischen Produkt in Deutschland. Aber Achtung: Die Rechtslage ändert sich ständig. Du solltest Dich also immer auf dem Laufenden halten.

Quellen: 

[1] Verordnung (EWG) Nr. 1164/89 der Kommission vom 28. April 1989 zur Durchführung der Beihilferegelung für Faserflachs und Hanf, Amtsblatt Nr. L 121 vom 29/04/1989 S. 0004 – 0010, abgerufen am 03.03.2020 von https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:31989R1164&from=DE

[2] Nutzhanf, Kanaturia: Die Cannabis-Pflanze, abgerufen am 03.03.2020 von https://www.kanaturia.com/cannabis-medizin/die-cannabis-pflanze/nutzhanf

[3] Cannabis: Gesetzeslage in Deutschland und Europa, Hanfsamenladen, abgerufen am 28.08.2020 von https://www.hanfsamenladen.com/cannabis-samen-in-deutschland-legal#:~:text=Es%20ist%20v%C3%B6llig%20legal%2C%20sich%20Hanfsamen%20online%20nach,Cannabis%20Samen%20legal%20ist%20%E2%80%93%20einzige%20Ausnahme%3A%20Deutschland.

[4] Was ist Nutz- bzw. Industriehanf?, CBD Welt: News, abgerufen am 03.03.2020 von https://cbdwelt.de/news/was-ist-nutzhanf-bzw-industriehanf/

[5] RICHTLINIE 2002/46/EG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 10. Juni 2002 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Nahrungsergänzungsmittel, 12.07.2002 in Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaft, abgerufen am 04.03.2020 von https://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2002:183:0051:0057:DE:PDF

[6] Wofür wird Industriehanf verwendet, CANNA Connection, abgerufen am 04.03.2020 von https://www.cannaconnection.de/blog/11770-wofur-wird-industriehanf-verwendet

[7] Ist CBD legal? Die aktuelle Rechtslage (08/2020), in CBD360, abgerufen am 28.08.2020 von https://cbd360.de/wissenswertes/legal-deutschland/#:~:text=Jedes%20CBD%20%C3%96l%20ist%20folglich%20in%20Deutschland%20legal%2C,sind%20den%20Produkten%20auch%20in%20der%20Regel%20beigef%C3%BCgt.

CBD Zeitgeist Team

Wir sind das CBD Zeitgeist Team - Wir sind CBD Enthusiasten, die regelmäßig die USA besuchen und vom CBD-Hype angesteckt wurden. Wir möchten Licht in das aktuelle Dunkel bringen und Deutschland wertvolles Wissen rund um das Cannabidiol bieten. Wir bieten Dir alle Informationen aus verschiedensten Bereichen, die du für dich und deine Umwelt benötigst und beweisen dir, was du alles mit CBD anstellen kannst.

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