CBD-Zeitgeist

CBD sinnvoll kombinieren für einen besseren Schlaf

Umso intensiver man sich mit CBD beschäftigt, desto mehr bekommt man das Gefühl, dass das Cannabinoid irgendwie gegen alles zu helfen scheint. Und tatsächlich ist CBD ein Pflanzenstoff, der viele verschiedene Körperfunktionen, wie den Stoffwechsel, das Immun- und Hormonsystem, sowie die Nerven im Gleichgewicht halten kann. Als Vollspektrumextrakt der Cannabispflanze sind die Wirkungen sogar noch komplexer, da sich die einzelnen pflanzlichen Stoffe gegenseitig verstärken können. Diese Tatsache lässt die Frage aufkommen, ob sich CBD nicht auch mit anderen Pflanzen sinnvoll kombinieren lässt. Dadurch ließe sich die schlaffördernde Wirkung des CBDs vielleicht noch weiter steigern bzw. modulieren. 

Synergien in der alternativen Medizin

Schon seit jeher werden Kräuter, Wurzeln, Gewürze, Blüten und andere pflanzliche Stoffe miteinander kombiniert, um eine bestimmte Wirkung zu optimieren. Denn im Gegensatz zu chemisch-synthetischen Pharmazeutika, die immer gezielt auf eine oder wenige Wirkungen ausgerichtet sind, bieten Pflanzen ein ganzes Spektrum an Effekten. Dazu kommt, dass Pflanzenstoffe häufig synergistisch wirken, sich also gegenseitig verstärken können. So erzielt das feine Zusammenspiel der natürlichen Stoffe einer Pflanze einen noch stärkeren Effekt, als die Summe der Wirkung jedes einzelnen Stoffes.  

Das hat Vor- und Nachteile. Viel stärker als das Medikamente tun, wirken pflanzliche Mittel individuell unterschiedlich. Auch kann man nicht mit hundertprozentiger Sicherheit vorhersagen, was alles nach der Einnahme im Körper passiert, da viele verschiedene Prozesse beeinflusst werden können. Nehmen wir als Beispiel den Schmerz, der durch ein Schmerzmittel an einer definierten Stelle im Körper gestoppt wird. CBD dagegen wirkt mehrfach, nämlich auf das Schmerzempfinden im Gehirn, die Muskelspannung, auf Entzündungsgeschehen und das Immunsystem. Es ist damit in der Lage, Ursache, Symptom und Folgen des Schmerzes gleichzeitig zu behandeln. 

Ergänzungsmittel, die zusammen mit CBD den Schlaf fördern können

CBD wirkt an sich schon schlaffördernd und entspannend und kann Dir u.U. eine ruhige Nacht bescheren. Leider ist es aber oft so, dass eine erholsame Nacht für die heutige Leistungsgesellschaft immer schwerer zu erzielen ist. Viele stehen unter Dauerstress, sind häufig gezwungen, die natürlichen Signale des Körpers zu ignorieren und tragen des Stress des Tages auch mit in die Nacht. Es kommt zu einer fatalen Spirale aus Stress, Schlafstörungen, Leistungseinbußen am Tage, erhöhter Stress und chronischen Schlafstörungen. 

Das Hormon Melatonin – der stärkste Partner für CBD zur Schlafförderung

Melatonin und Cortisol zusammen steuern das Einschlafen und Aufwachen, also die “innere Uhr”. Normalerweise ist das Verhältnis zwischen diesen beiden Hormonen ausgewogen. Viel Stress aber verschiebt das Gleichgewicht, so dass wir tagsüber viel zu viel Cortisol und abends viel zu wenig Melatonin im Blut haben. Das wieder auf eiin gesundes Maß zu regulieren, braucht viel Zeit, unbedingte Disziplin und nicht selten auch die Begleitung eines medizinischen oder psychologischen Expertens. 

Das natürliche Schlafhormon Melatonin ist ein idealer Partner für CBD, wenn es um eine von außen induzierte Schlafförderung gehen soll. Beide sorgen für eine verkürzte und entspannte Einschlafphase. Das bestätigt auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA. In Kombination können sie den Effekt auf den Schlaf noch einmal verstärken. 

CBD und die Aminosäure L-Tryptophan

Auch L-Tryptophan soll den Schlaf positiv beeinflussen. Es gibt bereits einige Produkte auf dem Markt, die dazu CBD mit der Aminosäure kombinieren. Warum ist das so? L-Tryptophan trägt zur Herstellung von Serotonin (Glückshormon) und Melatonin (Schlafhormon) bei. Entsprechend kann ein Mangel an L-Tryptophan die Ursache von Schlafstörungen, aber auch von Stimmungsschwankungen sein, die ebenfalls eine Auswirkung auf unser Schlafverhalten haben können. Führt man sie also mit Hilfe von Nahrungsergänzungsmitteln zu, sorgt sie für:

Als Vorstufe hält L-Tryptophan den Serotoninspiegel im Gehirn konstant, verhindert also dessen absinken. Ein Absinken des Serotoninspiegels würde dagegen mit Schlafstörungen einhergehen. 

Zusätzlich ist L-Tryptophan an vielen physiologischen Prozessen (wie Verdauung, Abwehr und Stoffwechsel) und der Herstellung von Proteinen beteiligt. Da in der Nacht der Körper mit Reparatur und Regeneration beschäftigt ist, werden hier besonders viele Proteine (z.B. als Enzyme und Baustoffe) gebraucht  [1].  

CBD und die Aminosäure L-Theanin bei Angst

Ängste können mit ein Grund sein, warum der Schlaf gerne auf sich warten lässt. Sie führen zu Gedankenschleifen (Grübeln), das Nervensystem ist in Aufruhr. CBD kann das Nervensystem beruhigen, indem es die Aktivität des Neurotransmitters Gamma-Aminobuttersäure (GABA) erhöht. 

Gleichzeitig kann die Aminosäure L-Theanin den stimulierenden Neurotransmitter Glutamat imitieren und dessen Rezeptoren blockieren, ohne eine Wirkung hervorzurufen. Damit verhindert es “aufregende” Impulse im Gehirn. Das verstärkt die beruhigende Wirkung des CBDs [S1].

CBD und andere schlaffördernde Pflanzen

Positiv auf den Schlaf können sich auch Extrakte aus:

All diese Extrakte können, wie auch CBD, Schlaf-unterstützend wirken. Den Wirkmechanismus von Baldrian kennt man zwar noch nicht genau, dennoch empfiehlt die Kommission E die Wurzel bei Unruhe und nervösen Einschlafstörungen. Hier ist zu beachten, dass Baldrian bis zu vier Wochen braucht, bis es wirkt. 

Hopfenzapfen scheint u.a. einen Inhaltsstoff zu haben, der an die Melatonin-Rezeptoren binden kann. Hier empfiehlt die Kommission E eine Einnahme bei Unruhe, Ängsten und Schlafstörungen.

Lavendel soll bei Unruhe, Einschlafstörungen und nervösem Reizmagen, Blähungen oder allgemein funktionellen Oberbauchbeschwerden helfen. Er beinhaltet Stoffe, wie Linalool und Linalylacetat, die die Konzentration erregender Neurotransmitter an den Nerven senkt und überlastende Reize besser ausfiltern kann.

Melissenblätter können ebenfalls gegen nervös bedingte Einschlafstörungen und Magen-Darm-Beschwerden helfen. Man nimmt an, dass sie den Abbau von GABA -Neurotransmittern hemmen, die für das Wohlbefinden, die Beruhigung und den Nachtschlaf zuständig sind [3]. 

Passionsblumenkraut kann gegen nervöse Unruhe und – in Kombination mit anderen Pflanzen – auch gegen nervös bedingte Einschlafstörungen helfen. Es beruhigt und löst Ängste. Und auch hier wird ein Wirkmechanismus über die GABA Neurotransmitter vermutet [2]. 

CBD und Ashwagandha gegen Stress

Ashwagandha (Schlafbeere, Winterkirsche, indischer Ginseng) kann u.a. gegen Stress helfen. Stress ist ein großer Verursacher von Schlaflosigkeit. Er verursacht die Bildung von Cortisol in der Nebenniere, das:

Cortisol kann auf längere Zeit ernsthafte Probleme verursachen, wie: 

Ashwagandha kann die Cortisolkonzentration im Körper reduzieren, indem es vermutlich dessen Umwandlung in eine inaktive Form forciert und das Gehirn dabei unterstützt, den Cortisolspiegel zu regulieren. CBD wirkt ähnlich, wenn auch auf andere Bereiche des Gehirns. So kann Stress auf  mehreren Ebenen reguliert werden [3; S2].

Grapefruitsaft zur Verlängerung der Wirkung von CBD

CBD wird in der Leber mit Hilfe von den Enzymen CYP3A4 und CYP3A5 umgewandelt und deaktiviert. Grapefruitsaft kann die Aktivität dieser Enzyme hemmen, so dass der Abbau von CBD viel länger dauert. Wenn Du also zu Deinem CBD Grapefruitsaft trinkst oder Grapefruitsaft-Extrakte einnimmst, brauchst Du eine geringere tägliche CBD-Dosis und hast zugleich eine längere Wirkung [4]. 

Quellen: 

[1] Die Aminosäure L-Tryptophan – zuständig für Dein Wohlbefinden, in Braineffekt, abgerufen am 07.08.2020 von https://www.brain-effect.com/magazin/aminosaeure-l-tryptophan#:~:text=Nach%20neueren%20Erkenntnissen%20f%C3%B6rdert%20L,Nacht%20gen%C3%BCgend%20Melatonin%20gebildet%20werden.

[2] Laubscher, Silke, “Ich kann nicht schlafen!”, 03.11.2016 in Deutsche Apotheker Zeitung 2016, Nr. 44, S. 46, abgerufen am 07.08.2020 von https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2016/daz-44-2016/ich-kann-nicht-schlafen

[3] GABA − Der Neurotransmitter für besseren Schlaf, Brain Effect, abgerufen am 17.08.2020 von https://www.brain-effect.com/magazin/gaba-schlaf

[4] Cooke, Justin, Fünf Ergänzungen, die Sie Mit Ihrem CBD Nehmen Sollten, Daily CBD, abgerufen am 18.08.2020 von https://dailycbd.com/de/erganzungen-mit-cbd-zu-nehmen/#:~:text=Die%20%C3%84hnlichkeit%20in%20der%20chemischen,damit%20CBD%20uns%20beruhigen%20kann.

Relevante Studien:

[S1] Nathan J. Pradeep et. al., The neuropharmacology of L-theanine(N-ethyl-L-glutamine): A possible neuroprotective and cognitive enhancing agent, Februar 2006 in Journal of Herbal Pharmacotherapy 6(2):21-30, abgerufen am 17.08.2020 von https://www.researchgate.net/publication/6618755_The_neuropharmacology_of_L-theanineN-ethyl-L-glutamine_A_possible_neuroprotective_and_cognitive_enhancing_agent

[S2] Chandrasekhar, K. et. al.,  A Prospective, Randomized Double-Blind, Placebo-Controlled Study of Safety and Efficacy of a High-Concentration Full-Spectrum Extract of Ashwagandha Root in Reducing Stress and Anxiety in Adults, September 2012 in Indian J Psychol Med.; 34(3): 255–262, abgerufen am 18.08.2020 von https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3573577/