CBD-Zeitgeist

CBD bei Dünndarmfehlbesiedlung (DDFB oder SIBO)

Klar, wenn du einmal Bauchschmerzen und Durchfall hast, dann hast du vermutlich etwas falsches gegessen oder dir einen kleinen Magen-Darm-Infekt eingefangen. Das kennt jeder von uns. Wenn aber die Schmerzen und der Durchfall bleiben und dazu dein Bauch immer ein wenig gebläht ist, dann könnte eine Ursache dahinterstecken, von denen die wenigsten bisher etwas gehört haben. Die sogenannte Dünndarmfehlbesiedlung. Wir wollen erklären, was das ist und wie CBD in diesem Zusammenhang helfen könnte.   

Die Dünndarmfehlbesiedlung: Was ist das?

Die Dünndarmfehlbesiedlung oder auch Small Intestinal Bacterial Overgrowth bezeichnet ein außergewöhnlich starkes Wachstum von Bakterien im Dünndarm [1]. Bei den Bakterien handelt es sich u.a. um Milchsäure-(Lacto-)Bakterien, die normalerweise im Dickdarm leben und dort keine Beschwerden verursachen. Im Dünndarm zersetzen sie Kohlenhydrate (wie Zucker und Stärke), was zu einer starken Gasbildung führt. Daher auch die Blähungen und Bauchschmerzen, die charakteristisch für die Erkrankung sind. Die D-Milchsäure, die im Zersetzungsprozess entsteht, kann nur sehr schwer vom Darmmikrobiom abgebaut werden. So hat sie Zeit, über die Darmschleimhaut in das Blut zu wandern und dort den pH-Wert abzusenken. Es kommt zu einer Übersäuerung (Laktatazidose), die die normalen Abläufe im Körper stört. Gleichzeitig stören die Milchsäurebakterien die Verdauungsenzyme, und zwar derart, dass sie nur unvollständig die Nahrung zersetzen können. Die dadurch verbleibenden größeren Nahrungspartikel führen nun auch im Dickdarm zu verstärkter Gasbildung [1]. 

Ursachen: Wie kommt es zu einer Dünndarmfehlbesiedlung

Aber wie kommt es dazu, dass sich Bakterien, die eigentlich den Dickdarm besiedeln, im Dünndarm breit machen? Normalerweise müsste doch ein Schutzmechanismus den Weg vom Dick- in den Dünndarm blockieren, damit der Nahrungsbrei nicht zurückfließt. Und tatsächlich gibt es eine Klappe (Ileozäkalklappe) zwischen diesen beiden Darmabschnitten, die genau das verhindern soll. Man vermutet, dass ein Grund für die SIBO ein Defekt/Ausleiern dieser Klappe sein könnte, z.B. aufgrund chronischer Blähungen – ein Teufelskreis also. 

Die SIBO könnte aber auch aufgrund einer verlangsamten Darmbewegung (chronischen Verstopfung) zustande kommen, als Folge von: 

Begünstigt wird eine SIBO u.a. auch durch eine Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) und die Einnahme von Protonenpumpenhemmern (Säureblockern). Sie hemmen die Säureproduktion im Magen. Bakterien im Magen, die normalerweise abgetötet werden, können so in den Dünndarm gelangen. 

Symptome der Dünndarmfehlbesiedlung

Welche Symptome verursachen die übermäßigen und “verirrten” (Milchsäure-)bakterien? Wie schon beschrieben kann es zu Symptomen, wie:

Das sind die Folgen der SIBO

Die Dünndarmschleimhaut kann durch das Übermaß verschiedener Bakterienstämme geschädigt werden, was dazu führt, dass Fette, Kohlenhydrate, Proteine, Mineralstoffe und Vitamine (wie Eisen und Vitamin-B12) nicht mehr vollständig absorbiert werden können. So kommt es zu einem Teil der Symptome, wie saure Stühle und Blähungen. Auch eine Laktoseintoleranz kann dadurch entstehen [3]. Zusätzlich halten sich die Bakterienpopulationen dadurch selbst aufrecht. Die beeinträchtigte Gehirnleistung wird auf die D-Milchsäure zurückgeführt, die aufgrund ihrer Toxizität Gehirnzellen zerstören kann. Weil sich die Symptome von SIBO und Reizdarm so stark ähneln, wird nicht selten (in 50% der Fälle) ein Reizdarm diagnostiziert, wo eigentlich eine Dünndarmfehlbesiedlung vorliegt [1; 3]. 

Daran merkst du die Erkrankung

Die Betroffenen berichten davon, dass sie erste Beschwerden etwa ein bis zwei Stunden nach dem ersten Essen des Tages bemerken und diese dann im Laufe des Tages ansteigen. Im nüchternen Zustand oder wenn sie tagsüber länger nüchtern bleiben und weniger essen, sind sie meist beschwerdefrei oder die Symptome bessern sich zumindest. Schlimmer werden sie dagegen, wenn sie kohlenhydratreiche Mahlzeiten (wie Pizza und Nudeln) zu sich nehmen. Unter einer Antibiotikatherapie bessern sich die Beschwerden nur vorübergehend. Auch können Prä- und Probiotika die Krankheitszeichen verschlechtern. Menschen mit Glutenunverträglichkeit bemerken nur eine geringe Verbesserung ihrer Symptome, wenn sie sich glutenfrei ernähren [3].

Therapie: So wird die Dünndarmfehlbesiedlung behandelt 

Die klassische Medizin hat noch keine geeignete Therapie gegen SIBO gefunden. Manche Ärzte verschreiben gegen die Krankheit das Antibiotikum Rifaximin, das eigentlich gegen Tuberkulose eingesetzt wird. Doch selbst wenn, wie oftmals nötig, mehrere dieser Therapien durchgeführt werden müssen, ist eine vollständige Heilung nicht gesichert. Dazu können auch motilitätsfördernde Medikamente (also Präparaten, die die Darmbewegung fördern) eingesetzt werden. Um das schnelle Wachstum der Bakterien durch Kohlenhydrate zu verhindern, wird auch zu einer fettreicheren, kohlenhydrat- und ballaststoffarmen Diät sowie Nahrungsergänzungsmittel geraten. Eine Studie konnte zeigen, dass eine Therapie mit pflanzlichen Kräutern (wie Mixturen aus Knoblauchextrakt, Oregano, Zimt) mindestens so gut wirken kann wie eine Therapie unter Antibiotika [S1]. Leider sind diese Mischungen nur schwer zu bekommen und es zu anderen alternativen Therapien fehlen bisher noch weitere Studien. Daher muss noch jeder selbst austesten, was ihm gut tut [1; 2]. 

CBD gegen Dünndarmfehlbesiedlung

Viele Studien weisen darauf hin, dass auch das natürliche CBD aus der Hanfpflanze nützlich gegen Magen- und Darmbeschwerden sein könnte. So konnte gezeigt werden, dass das Endocannabinoidsystem, an das CBD bindet, zahlreiche Rezeptoren im Verdauungssystem trägt. Über diese könnte CBD die Darmgesundheit regulieren und im Falle einer SIBO gegen Symptome, wie: 

CBD könnte über die Rezeptoren im Verdauungstrakt die Bewegung der Darmmuskulatur anregen und dadurch Verstopfungen vermindern. Dadurch könnte es gegen eine der Hauptursachen und gegen Symptome der SIBO vorgehen. Zusätzlich könnte es die Reparatur der Darmschleimhaut unterstützen und helfen, das Gleichgewicht der Bakterienflora wiederherzustellen. Oral eingenommen, könnte es auf seinem Weg über den Magen-Darm-Trakt schädliche Bakterien eliminieren, ohne das gesunde Gleichgewicht des Darm-Mikrobioms zu stören. 

Wenn du gerne CBD zur begleitenden Behandlung deiner SIBO ausprobieren möchtest, sprich vorher mit deinem Arzt. Es eignet sich nicht zur alleinigen Therapie, könnte aber eine Diät, Antibiotikatherapien und Nahrungsergänzung wirksam ergänzen. Da es i.d.R. gut verträglich ist und bei vorschriftsmäßiger Einnahme keine Nebenwirkungen verursacht, könnte sich ein Versuch lohnen. 

 

Prophylaxe: Schutz vor einer Dünndarmfehlbesiedlung

Der Dünndarm muss von zwei Seiten geschützt werden, damit schädliche Bakterien weder über den Magen noch über den Dickdarm in ihn gelangen können. Das heißt, das saure Milieu im Magen und die Darmperistaltik müssen aufrechterhalten und – zum Schutz der Ileozäkalklappe – anhaltende Verstopfungen und Blähungen vermieden werden. Hilfreich dafür sind:

Quellen:

[1] Rehberg, Carina, Die Dünndarmfehlbesiedlung natürlich behandeln, 03.12.2022, abgerufen am 23.02.2023 von https://www.zentrum-der-gesundheit.de/krankheiten/magen-darm-erkrankungen/weitere-magen-darm-erkrankungen/duenndarmfehlbesiedlung

[2] MD Ruiz, Jr. , Atenodoro R., Dünndarmfehlbesiedlung, Februar 2021 in MSD Manual, abgerufen am 27.02.2023 von https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/verdauungsst%C3%B6rungen/malabsorption/d%C3%BCnndarmfehlbesiedlung-ddfb#:~:text=Bei%20der%20D%C3%BCnndarmfehlbesiedlung%20handelt%20es,Durchfall%20und%20schlechter%20N%C3%A4hrstoffaufnahme%20(Malabsorption 

[3] SIBO: «small intestinal bacterial overgrowth, 2018 in Swiss medical forum; 18(09):191-200, abgerufen am 27.02.2023 von https://medicalforum.ch/de/detail/doi/smf.2018.03208#:~:text=Bei%20SIBO%20findet%20sich%20ein,und%20Mikron%C3%A4hrstoffen%20kommen%20%5B1%5D.

Relevante Studien: 

[S1] MD Chedid, Victor et. al., Herbal Therapy is Equivalent to Rifaximin for the Treatment of Small Intestinal Bacterial Overgrowth, 01.05.2014 in Academis Consortium of integrative Medicine and Health, abgerufen am 27.02.2023 von https://journals.sagepub.com/doi/10.7453/gahmj.2014.019

[S1] Esposito, G. et. al., Cannabidiol in inflammatory bowel diseases: a brief overview, Mai 2013 in Phytother Res.;27(5):633-6. , abgerufen am 28.02.2023 von https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22815234

[S3] Russo, EB, Clinical endocannabinoid deficiency (CECD): can this concept explain therapeutic benefits of cannabis in migraine, fibromyalgia, irritable bowel syndrome and other treatment-resistant conditions?, April 2008 in Neuro Endocrinol Lett.;29(2):, abgerufen am 28.02.2023 von https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18404144

[S4] Aviella, G. et. al., Cannabinoids and gastrointestinal motility: animal and human studies, August 2008 in Eur Rev Med Pharmacol Sci.;12 Suppl 1:81-93, abgerufen am 28.02.2023 von https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18924447